Kanton Uri verlegt Ambulanz von Andermatt nach Altdorf


Roman Spirig
Regional / 14.03.19 16:16

In Andermatt wird künftig kein fixes Team von Rettungssanitätern mit Ambulanzfahrzeug mehr stationiert sein. Die Urner Regierung organisiert nach einer dreijährigen Pilotphase den Rettungsdienst neu und setzt dabei auf so genannte Rapid Responder.

Kanton Uri verlegt Ambulanz von Andermatt nach Altdorf (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Kanton Uri verlegt Ambulanz von Andermatt nach Altdorf (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Der Regierungsrat habe das Rettungskonzept 2020 verabschiedet, teilte die Gesundheitsdirektion am Donnerstag mit. Die grösste Veränderung betrifft Andermatt. Dort betreibt das Kantonsspital seit der Schliessung des militärischen Notspitals 2016 einen Rettungsdienst-Stützpunkt. Einen solchen gibt es auch in Altdorf.

Am Stützpunkt ist ein Team von zwei Rettungssanitätern mit einem Ambulanzfahrzeug für die Versorgung von Patienten zuständig. Weil es am Standort Andermatt vergleichsweise wenig Einsätze gibt, wird dort ab Dezember nur noch ein sogenannter Rapid Responder stationiert sein. Dabei handelt es sich um einen Rettungssanitäter, der aber keine Personen transportieren kann.

Pro Jahr leistete das Rettungsteam im Urner Oberland 250 Einsätze, davon betrafen 145 tatsächlich das Oberland. Dagegen stehen über 1000 Einsätze der in Altdorf stationierten Ambulanz, wie Roland Hartmann, Generalsekretär der Gesundheitsdirektion, auf Anfrage ausführte.

Wenn die Altdorfer Equipe zu einem Notfall ausrückt, begibt sich jene von Andermatt nach Erstfeld in den Bereitschaftsraum. De facto seien die Oberländer Retter während der dreijährigen Pilotphase viel unterwegs gewesen, ohne dabei Patienten zu betreuen, was nicht der Sinn der Sache sei.

Mit der festen Stationierung eines Rapid Responders aus dem Corps der 20 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Andermatt werde die Verfügbarkeit der Rettungsmittel in Andermatt optimiert. Muss ein Patient ins Spital verlegt werden, kommt die Ambulanz aus dem Unterland oder die Rega zum Zug.

Die Kosten blieben ungefähr gleich, es gäbe keinen Abbau bei den Mitarbeitenden. Dafür verspricht sich der Kanton attraktivere Arbeitsbedingungen, zumal die Urner Rettungssanitäter auch im Zentralschweizer Ambulanzenpool über den Kanton hinaus Einsätze leisten.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Emmen kann Schulhaus Erlen erweitern
Regional

Emmen kann Schulhaus Erlen erweitern

Die Gemeinde Emmen kann wie geplant das Schulhaus Erlen um einen Trakt erweitern. Wie sie am Mittwoch mitteilte, hat das Bundesgericht eine Beschwerde gegen die Baubewilligung vom November 2017 abgelehnt.

St. Galler Staatsrechnung mit 192-Millionen-Überschuss
Regional

St. Galler Staatsrechnung mit 192-Millionen-Überschuss

Dem Kanton St. Gallen geht es finanziell gut: Die Staatsrechnung 2018 schliesst mit einem Überschuss von 192 Millionen Franken. Budgetiert war ein ausgeglichenes Ergebnis. Die Steuereinnahmen fielen deutlich höher aus als erwartet.

Schweizer Passagierschiff Edelweiss der Scylla aus Baar und Frachtschiff zusammengestossen
International

Schweizer Passagierschiff Edelweiss der Scylla aus Baar und Frachtschiff zusammengestossen

Das Schweizer Passagierschiff MS Edelweiss der Reederei Scylla mit Sitz in Baar und ein Frachtschiff sind auf der Waal im niederländischen Nimwegen zusammengestossen. Die Gäste kamen mit dem Schrecken davon. Niemand wurde verletzt.

Nidwaldner Staatsrechnung 2018 besser als erwartet
Regional

Nidwaldner Staatsrechnung 2018 besser als erwartet

Die Nidwaldner Staatsrechnung weist für 2018 ein operatives Defizit von 3,2 Millionen Franken aus. Budgetiert war ein Fehlbetrag von 18,1 Millionen Franken, der durch die Entnahme von 14,5 Millionen Franken aus finanzpolitischen Reserven auf 3,6 Millionen Franken hätte gesenkt werden sollen. Auf diese Massnahme konnte nun verzichtet werden.