Aarau nach Coup vor Wiederaufstieg


Roman Spirig
Sport / 30.05.19 23:50

Der FC Aarau steht nach vier Jahren Challenge League vor der Rückkehr in die höchste Schweizer Fussballklasse. Dank einer Parforce-Leistung siegten die Aargauer im Barrage-Hinspiel bei Neuchâtel Xamax 4:0.

Aarau nach Coup vor Wiederaufstieg (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)
Aarau nach Coup vor Wiederaufstieg (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)

Viel Kredit hatte der FC Aarau vor dem Barrage-Hinspiel in Neuenburg nicht genossen. Vielleicht würde er die Xamaxiens, die eine starke Super-League-Rückrunde gespielt hatten, immerhin eine Zeit lang ärgern können. Aber tatsächliche Ambitionen auf den Auswärtssieg, das wäre dann doch verwegen, so die Meinungen von Experten und Presse. Der FCA aber hatte freilich andere Pläne für seine Reise nach Neuenburg, sie ärgerten Xamax im Hinspiel nicht, sie entnervten es. Und jetzt gehen sie mit beträchtlichem 4:0-Vorteil in das Rückspiel auf dem Aarauer Brügglifeld.

Aaraus Spielplan ging vollends auf. Die Gäste verlangten vom Team von Trainer Stéphane Henchoz etwas, das es zuletzt nur noch selten tat: das Spiel gestalten. Und die Neuenburger, die sich unter Henchoz in der Rückrunde der Super League auf Kosten der Kreativität defensiv stabilisiert hatten, taten sich damit entsprechend schwer. Aarau dagegen verabreichte den Neuenburgern von ihrer eigenen Medizin, stand tief und spielte die Konter mit Tempo und unheimlicher Effizienz zu Ende. Drei Mal brachte der Gast in den ersten 45 Minuten den Ball auf das Tor von Laurent Walthert, 3:0 führte der FCA zur Pause. "Unser Matchplan war, defensiv solidarisch zu spielen und in die Duelle zu kommen", sagte Verteidiger Nicolas Bürgy.

Patrick Rahmen, der Coach des Underdogs aus dem Aargau, bewies mit dem gewählten Spielstil Feingefühl. Der 50-Jährige hatte im Hinspiel gleich mehrere gewichtige Ausfälle zu kompensieren. So mussten Nicolas Schindelholz, Olivier Jäckle und Marco Schneuwly aufgrund von Gelb-Sperren pausieren, im Mittelfeld fehlte zudem Taktgeber Markus Neumayr. Rahmen machte aus seiner Not eine Tugend und belohnte sich dafür fürstlich. "Es ist alles aufgegangen. Aber wir brauchen nochmals 90 Minuten", gab sich Rahmen trotz des Vorsprungs noch zurückhaltend.

Einen Beleg dafür, wie sehr der aufmüpfige Gast den Geduldsfaden des Favoriten spannte und überspannte, zeigte sich an Xamax-Topskorer Raphaël Nuzzolo. Der 35-jährige Routinier flog nach 52 Minuten mit Rot vom Platz, nachdem er Schiedsrichter Stephan Klossner angespuckt haben soll. "Niemals habe ich dies gemacht", verteidigte sich Nuzzolo nach Spielschluss. Auch wenn die Version von Nuzzolo stimmen sollte, werden er und seine Tore Xamax im Rückspiel fehlen.

(sda)


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