Auch im Kanton Zug ist die Esche vom Aussterben bedroht


Roman Spirig
Regional / 12.12.19 15:24

Ein aggressiver Pilz aus Ostasien bedroht die Eschenbestände im Kanton Zug. Aus Sicherheitsgründen müssen darum im ganzen Kanton Bäume gefällt werden. Obwohl keine wirkungsvollen Massnahmen gegen das Eschentriebsterben bekannt sind, besteht Grund zur Hoffnung.

Auch im Kanton Zug ist die Esche vom Aussterben bedroht (Foto: KEYSTONE / WSL / )
Auch im Kanton Zug ist die Esche vom Aussterben bedroht (Foto: KEYSTONE / WSL / )

So scheinen etwa fünf Prozent der Eschen gegenüber dem Pilz resistent zu sein, wie das Zuger Amt für Wald und Wild am Donnerstag mitteilte. Einzelne Bäume, die keine Krankheitssymptome oder nur einen geringen Befall aufweisen, würden daher bewusst stehen gelassen.

Denn diese Bäume könnten ihre Resistenz an ihre Nachkommen übertragen. Dies sei eine entscheidende Voraussetzung, damit sich das Eschenvorkommen langfristig erholen könne.

Der Pilz wird das "falsche weisse Stengelbecherchen" genannt und verursacht das Eschentriebsterben. Die Pilzkrankheit wurde 2008 erstmals in der Schweiz festgestellt. Im Kanton Zug verursacht sie seit 2009 Schäden.

Verbreitet wird der Pilzerreger durch den Wind. Im Sommer werden die Eschenblätter von Pilzsporen befallen. Diese gelangen über Blattstiele in Zweige und Äste bis hin zum Stamm. Weil die Triebe oberhalb der Befallstelle nur noch ungenügend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden können, sterben zuerst die Triebe und schliesslich die gesamten Bäume ab.

Ein weiteres Problem: Durch den Pilzbefall geschwächte Bäume sind anfällig für weitere Schädlinge, die das Absterben der Eschen zusätzlich beschleunigen.

Stark befallene Eschen stellen - vor allem wenn sie sich entlang von Strassen und Gebäuden befinden - ein Sicherheitsrisiko dar und müssen gefällt werden. Häufig sei das untere Stammstück vom Pilz verfärbt und habe keinen Wert mehr, der Rest des Holzes erziele aber marktübliche Preise, heisst es weiter.

Eschenholz wird als Energieholz, selten als Bauholz verkauft. Da die Bäume aber in der Regel früher geerntet werden müssen, als wenn sie nicht krank wären, ist der Holzerlös aufgrund des geringeren Durchmessers tiefer.

Die Esche ist sowohl schweizweit als auch im Kanton Zug nach der Buche die zweithäufigste Laubbaumart. Im Kanton Zug machte sie gemäss einer Erhebung aus dem Jahre 2010 knapp sieben Prozent der Laubbäume aus. Jährlich müssen im Kanton Zug wegen des Eschentriebsterbens rund 4000 Kubikmeter Eschenholz gefällt werden, was rund 200 Lastwagenladungen entspricht. Darin seien Eschen, die nicht genutzt werden und langsam im Wald absterben, nicht inbegriffen, betont das Amt für Wald und Wild.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Bundesgericht lehnt Verschiebung von US-Vorwahl in Wisconsin ab
International

Bundesgericht lehnt Verschiebung von US-Vorwahl in Wisconsin ab

Ein Bundesgericht lehnt eine Verschiebung der für nächste Woche geplanten Vorwahl der Demokraten in Wisconsin für die Kandidatur bei der US-Präsidentenwahl wegen der Virus-Pandemie ab.

USA verzeichnen weltweite Rekordzahl von Corona-Toten
International

USA verzeichnen weltweite Rekordzahl von Corona-Toten

In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden.

Potenzmittel Viagra künftig in der Schweiz ohne Rezept erhältlich
Schweiz

Potenzmittel Viagra künftig in der Schweiz ohne Rezept erhältlich

Apotheken dürfen neu das Potenzmittel Viagra und bestimmte Arzneimittel gegen Hauterkrankungen und gynäkologische Beschwerden ohne Rezept abgeben. Der Bund hat die Liste der Arzneimittel erweitert, die Apotheker auch ohne Rezept abgeben dürfen.

Virus-Tests von Bundesliga-Spielern problematisch
Sport

Virus-Tests von Bundesliga-Spielern problematisch

Der deutsche Virologe Ulf Dittmer sieht für einen möglichen Wiederbeginn der Fussball-Bundesliga mit regelmässigen Corona-Tests für die Spieler Probleme.