Baukommission des Nidwaldner Landrats lehnt Strassenprojekt ab


Roman Spirig
Regional / 28.01.20 15:36

Die Kantonsstrasse zwischen Emmetten NW und Seelisberg UR wird regelmässig überflutet und soll deswegen für 1,6 Millionen Franken ausgebaut werden. Die Baukommission des Landrats hält dies für übertrieben und lehnt den Kredit ab.

Der Nidwaldner Regierungsrat Josef Niederberger steht mit seinem Bauprojekt im Gegenwind (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der Nidwaldner Regierungsrat Josef Niederberger steht mit seinem Bauprojekt im Gegenwind (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die vom Regierungsrat geplante Instandsetzung sieht eine Anhebung der Strasse im Gebiet Dürrensee vor. Dieser hat keine natürlichen Abflüsse, so dass bei Starkregen oder bei der Schneeschmelze für die Kantonsstrasse Überflutungsgefahr bestehen kann. Der Verkehr muss dann eine einspurige, unbefestigte Notumfahrung benützen.

Die das Geschäft vorberatende Baukommission hatte sich bereits im November 2019 einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen. Auf Ersuchen von Baudirektor Josef Niederberger behandelte sie das Geschäft im Januar erneut. Das Ergebnis war dasselbe: Der Kredit wird von der Kommission einstimmig abgelehnt, wie aus deren Bericht an den Landrat hervorgeht.

Für die Baukommission ist der Bedarf für eine Instandstellung nicht gegeben. In den letzten 15 Jahren sei es nur vier Mal vorgekommen, dass die Notumfahrung in Betrieb genommen werden musste, meist nur während wenigen Tagen, hält sie fest. Dank der Notumfahrung bleibe Seelisberg erreichbar.

Weiter hält die Kommission fest, dass die Kantonsstrasse sonst in einem guten Zustand sei und nicht saniert werden müsste. Zudem stört sich die Kommission daran, dass sich Seelisberg und der Kanton Uri nicht an der Massnahme, auch nicht symbolisch, beteiligen wollen. Seelisberg ist auf der Strasse nur von Emmetten her erreichbar.

Für die Baukommission sind die Kosten gemessen an den Nutzen somit zu hoch. Sie sieht als Alternative einen Ausbau der bestehenden Notumfahrung.

Zu einem anderen Schluss als die Baukommission kommt die Finanzkommission, die einen Mitbericht zum Strassenbauprojekt ablieferte. Die Seelisbergstrasse sei wegen Überflutungen regelmässig nicht passierbar. Es sei richtig, für diese Hauptverkehrsachse eine langfristige Lösung zu realisieren.

Der Landrat wird das Geschäft am 12. Februar behandeln.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schindler-Fabriken in China gemäss CEO wieder voll ausgelastet
Wirtschaft

Schindler-Fabriken in China gemäss CEO wieder voll ausgelastet

Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler hat die Produktion in China wieder hochgefahren. "Unsere Produktionskapazitäten in China sind wieder zu 100 Prozent ausgelastet", sagte Unternehmenschef Thomas Oetterli gegenüber der NZZ (03.04.2020).

Banken haben bereits Corona-Kredite über 14,3 Milliarden vergeben
Wirtschaft

Banken haben bereits Corona-Kredite über 14,3 Milliarden vergeben

Die Schweizer Banken haben bereits Covid-19-Kredite mit einem Volumen von rund 14,3 Milliarden Franken vergeben. In der Zeit vom 26. März bis zum 2. April seien insgesamt 76'034 Kreditvereinbarungen abgeschlossen worden.

Zahl der behandelten Schlaganfälle sinkt wegen Coronakrise
Schweiz

Zahl der behandelten Schlaganfälle sinkt wegen Coronakrise

Opfer von Hirnschlägen gehen seit dem Ausbruch der Coronavirus-Krise weniger ins Spital. Die Besuche in den wichtigsten Schweizer Behandlungszentren sind seit Mitte März durchschnittlich um rund 21 Prozent zurückgegangen.

Sursee und Sempach machen Parks und Promenaden dicht
Regional

Sursee und Sempach machen Parks und Promenaden dicht

Sursee und Sempach sperren ihre Zugangswege zum Sempachersee. Die beiden Städte begründen dies damit, dass noch immer zu viele Menschen im öffentlichen Raum die Distanzregeln nicht einhalten würden.