Lokführer tot - Unglücks-Brücke hätte abgerissen werden sollen


News Redaktion
International / 02.04.20 21:40

In Süddeutschland ist am Donnerstagabend ein BLS-Zug mit einer Betonplatte kollidiert. Der 51-jährige Lokführer wurde getötet, mehrere Personen verletzt. Das Betonteil stammte von einer Brücke, die am Wochenende abgerissen werden sollte.

Ein von einer BLS-Lokomotive gezogener Zug der rollenden Landstrasse kollidiert in Süddeutschland mit einer 100 Tonnen schweren Betonplatte. Der Lockführer stirbt, mehrere Lastwagenfahrer im Wagen hinter der Lok werden verletzt. (FOTO: KEYSTONE/AP/Patrick Seeger)
Ein von einer BLS-Lokomotive gezogener Zug der rollenden Landstrasse kollidiert in Süddeutschland mit einer 100 Tonnen schweren Betonplatte. Der Lockführer stirbt, mehrere Lastwagenfahrer im Wagen hinter der Lok werden verletzt. (FOTO: KEYSTONE/AP/Patrick Seeger)

Vorarbeiten dazu hätten bereits stattgefunden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Am Donnerstagabend hatte sich eine 100 Tonnen schwere Betonplatte gelöst und war auf das Gleis gestürzt. Der Zug kollidierte damit und entgleiste teilweise.

Der Lokführer kam ums Leben. Nach Polizeiangaben wurde ein mitfahrender Lastwagenfahrer eingeklemmt und schwer verletzt. Zwei weitere Lastwagenfahrer erlitten leichte Verletzungen.

In der Nacht zu Freitag hatte die Polizei den Unfallort bei Auggen in der Nähe von Freiburg im Breisgau abgesperrt, nachdem die Leiche des Lokführers geborgen und die Verletzten gerettet worden waren. 60 Angehörige der Landespolizei waren vor Ort. Zudem waren Beamte der Bundespolizei und Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz.

Nach Angaben von BLS-Mediensprecher Stefan Dauner war der Zug um 19.19 Uhr von Freiburg abgefahren in Richtung Italien. Der Zug der rollenden Landstrasse wurde von einer BLS-Lok gezogen und hatte mehrere Lastwagen geladen. Insgesamt befanden sich zehn Lastwagenfahrer sich im Waggon hinter der Lok.

Die Freiburger Polizei und Kriminaltechniker des Landeskriminalamts waren am Freitagmorgen für weitere Ermittlungen vor Ort. Diese würden voraussichtlich den gesamten Tag in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher der Polizei Freiburg. Die teilweise entgleiste Lok sei inzwischen wieder stabilisiert worden.

Nach Angaben der Deutschen Bahn bleibt die Strecke Freiburg - Basel bis voraussichtlich am kommenden Montagvormittag gesperrt. Das hat auch Auswirkungen auf den internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland. So starten die ICE-Züge Richtung Norden erst in Freiburg. Ankommende Züge in Richtung Basel fahren nur bis Freiburg, wie es bei der Deutschen Bahn weiter heisst.

Zwischen Basel und Freiburg verkehren Ersatzbusse respektive Regionalzüge. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 90 Minuten. Das betrifft auch jene Schweizerinnen und Schweizer, die via Frankfurt repatriiert werden. Via Twitter wünschte das EDA trotzdem gute Reise.

Die Verantwortung für die Bahninfrastruktur auf der Strecke zwischen Freiburg und Basel trägt die Deutsche Bahn, wie eine SBB-Sprecherin sagte. Die Transportdienstleistung in der Schweiz wird von BLS erbracht, auf den deutschen und italienischen Streckenabschnitten verantwortet SBB Cargo International den Betrieb.

In einer Mitteilung des Unternehmens sprach CEO Sven Flore den Angehörigen des Getöteten sein Beileid aus. Ich bin bestürzt und bedaure dieses tragische Zugunglück zutiefst. In Gedanken sind wir beim verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen - mein aufrichtiges Beileid, lässt er sich zitieren. Den Verletzten wünschte er rasch gute Besserung.

Auch der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, äusserte sich tief betroffen über das Zugunglück: Unsere Gedanken sind jetzt bei dem verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung. Selbstverständlich unterstütze die Deutsche Bahn die Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache.

(sda)

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