CVP sieht Lombardi als Opfer der politischen Polarisierung


Roman Spirig
Regional / 17.11.19 15:25

Der abgewählte CVP-Ständerat Filippo Lombardi sei ein Opfer der politischen Polarisierung geworden, sagt Fiorenzo Dadò. Der Vizepräsident der CVP Tessin ist überzeugt, dass die Parteien der Mitte über lang oder kurz verschwinden werden.

CVP sieht Lombardi als Opfer der politischen Polarisierung (Foto: KEYSTONE/Ti-Press / DAVIDE AGOSTA)
CVP sieht Lombardi als Opfer der politischen Polarisierung (Foto: KEYSTONE/Ti-Press / DAVIDE AGOSTA)

Nach dem ersten Wahlgang, in dem Lombardi noch geführt hatte, hätten sich viele Wähler umorientiert, glaubt Dadò. "Das ist das Resultat einer immer stärkeren Polarisierung in der Schweiz." Die Wähler würden vermehrt auf Vertreter der beiden Pole denn auf Mitte-Politiker setzen.

Nach dem knappen Resultat sei es schwierig, die Schuld an der Abwahl bei Filippo Lombardi zu suchen: "45 Stimmen sind sehr wenig, der Wahlausgang war sehr knapp", resümiert Dadò.

Marina Carobbio habe bei den Wählern sicher auch gepunktet, weil sie eine Frau sei - aber nicht nur, meint Dadò. "Es wäre falsch, ihren Sieg nur damit zu erklären." Zahlreiche andere Faktoren hätten dieses Resultat mitbegründet.

Die historische Listenverbindung der CVP mit dem politischen Erz-Rivalen FDP hätte nur teilweise funktioniert, hält Dadò fest. "Während sie bei den Nationalratswahlen spielte, wirkten bei den Ständeratswahlen andere Kräfte."

Der Vizepräsident der CVP Tessin ist überzeugt, dass die Mitte-Parteien über kurz oder lang verschwinden werden. "Die Schweiz wird grosse Veränderungen erleben."

Ob die Partei Rekurs gegen das knappe Wahlresultat einlegen werde, sei noch offen. Er selber sei jedoch dagegen, sagt Dadò. "Wir müssen das Wahlresultat respektieren." Zudem seien 45 Stimmen Differenz nicht so wenig, findet Dadò.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Davos holt Duo zurück
Regional

Davos holt Duo zurück

Der HC Davos reagierte auf die lange Verletztenliste und holte zwei ausgeliehene Stürmer zurück. Es handelt sich dabei um Dario Meyer und Tino Kessler, die in den letzten Wochen für die Ligakonkurrenten Zug respektive Biel aufgelaufen waren. Gemäss einem Passus im Transferreglement waren beide Spieler fürs Heimspiel des HCD am Dienstag gegen Ambri-Piotta noch gesperrt.

Konstantin Wecker und die Bayerische Philharmonie
Events

Konstantin Wecker und die Bayerische Philharmonie

Konstantin Wecker kommt mit seinem neuen Programm «Weltenbrand» am 10. Dezember 2019 zusammen mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie ins KKL Luzern.

Vermisst: Wo ist Sofie Krummenacher?
Regional

Vermisst: Wo ist Sofie Krummenacher?

Seit Freitag wird die in Udligenswil wohnhafte, 22-jährige SOFIE KRUMMENACHER vermisst. Sie verliess ihren Wohnort am Freitag, 6. Dezember 2019, um ca. 20:00 Uhr. Seither ist ihr Aufenthaltsort unbekannt.

Luzern: Mehr Staatsanwälte für den Kampf gegen Cyberkriminelle
Regional

Luzern: Mehr Staatsanwälte für den Kampf gegen Cyberkriminelle

Die Luzerner Staatsanwaltschaft soll genügend Ressourcen haben, um den Kriminellen, die sich im Internet tummeln, das Handwerk zu legen. Der Regierungsrat will deswegen in der Abteilung Spezialdelikte 400 zusätzliche Stellenprozente schaffen.