Die Lyriden kommen: Alle drei Minuten eine Sternschnuppe


News Redaktion
International / 07.04.20 12:44

Wenn in der Nacht vom 21. zum 22. April die Sternschnuppen der Lyriden auftauchen, können sich Hobbyastronomen freuen. Denn nur zwei Tage später ist Neumond, so dass unser Trabant den Nachthimmel nicht aufhellt und auch schwächere Sternschnuppen zu sehen sein werden.

In zwei Wochen ist es wieder soweit: Der Meteoritenschauer der Lyriden zieht vorbei. (Archivbild) (FOTO: Keystone/DPA/DANIEL REINHARDT)
In zwei Wochen ist es wieder soweit: Der Meteoritenschauer der Lyriden zieht vorbei. (Archivbild) (FOTO: Keystone/DPA/DANIEL REINHARDT)

Die Lyriden wurden nach dem Sternbild der Leier (lateinisch Lyra) benannt, aus dem sie zu kommen scheinen. Das ist allerdings nur ein perspektivischer Effekt, ähnlich wie bei einer Autofahrt durch Schneegestöber. Auf ihrer Reise um die Sonne kreuzt die Erde zu dieser Zeit Reste des im Jahr 1861 entdeckten Kometen Thatcher.

Die kleinen Teilchen auf der Kometenbahn kollidieren dann mit rund 50 Kilometern pro Sekunde mit der Erdatmosphäre - das entspricht rasanten 180000 Stundenkilometern. Die Teilchen werden stark erhitzt und bringen die umgebende Luft zum Leuchten. Dies erzeugt die Lichterscheinung, die Sternschnuppe genannt wird.

Die Leier ist zwar nur ein kleines Sternbild, aber ihr auffälliger Hauptstern Wega ist der hellste Stern am nördlichen Himmel. Vier lichtschwächere Sterne bilden ein Parallelogramm, dazu kommt rechts oben die strahlende Wega. Im Jahreslauf gilt die Leier als Sommersternbild, daher kann man sie im April erst in den späten Abendstunden und dann bis zum Morgen sehen.

Von Nordosten her steigt das Sternbild auf und steht bis zum Beginn des Morgengrauens hoch über dem südöstlichen Horizont. Somit tauchen auch die Sternschnuppen der Lyriden erst spät am Abend oder nach Mitternacht auf. Beobachter sollten dabei ihren Blick nach Osten richten.

Üblicherweise sind pro Stunde rund 20 Lyriden-Sternschnuppen zu sehen - also immerhin eine alle drei Minuten. Laut den Prognosen von Meteorexperten ist in diesem Jahr zwar nicht mit einem verstärkten Aufkommen zu rechnen, doch die nahe Neumondnacht macht es Nachtschwärmern leichter, nach den Lyriden Ausschau zu halten.

Um besonders viele Sternschnuppen zu sehen, sollte allerdings einen Beobachtungsort fern von lichtdurchfluteten Städten aufgesucht werden. Denn dort ist der Himmel dunkler, so dass auch lichtschwächere Sternschnuppen durchs Blickfeld der Himmelsgucker huschen können.

(sda)

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