Einsprecher verlieren - Es geht vorwärts mit Autobahnanschluss Schindellegi


Roman Spirig
Regional / 23.01.20 09:25

Bund und Kanton Schwyz können vorwärts machen beim Ausbau des Autobahnanschlusses Schindellegi und einer damit verbundenen Zubringerstrasse. Das Verwaltungsgericht hat Beschwerden gegen den Nutzungsplan abgewiesen.

Einsprecher verlieren - Es  geht vorwärts mit Autobahnanschluss Schindellegi (Foto: KEYSTONE /  / )
Einsprecher verlieren - Es geht vorwärts mit Autobahnanschluss Schindellegi

Der Halbanschluss Schindellegi an die Autobahn A3 soll zu einem Vollanschluss ausgebaut und dazu ein 1,3 Kilometer langer Zubringer erstellt werden. Gegen den kantonalen Nutzungsplan "Zubringer Halten, Freienbach" gingen verschiedene Beschwerden ein, die das Gericht nun abgelehnt hat, wie das Schwyzer Baudepartement am Donnerstag mitteilte.

Streitpunkt war die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Rodungsbewilligung, welche die Einsprecher bereits bei der Nutzungsplanung durchgeführt haben wollten. Das Gericht habe nun aber entschieden, dass dies erst beim Projektgenehmigungsverfahren nötig sei und das Baudepartement ein rechtskonformes Vorgehen gewählt habe.

Die Nutzungsplanung diene dazu, die Linienführung festzulegen und den Landbedarf sicherzustellen. Die Gesamtwirkung des Vorhabens werde dagegen erst bei Vorliegen des konkreten Projekts im Rahmen des Projektbewilligungsverfahrens geprüft.

Die Beschwerdeführer bemängelten zudem die ungenügende Koordination zwischen dem Bundesamt für Strassen (Astra) als Bauherrin des Autobahnanschlusses, dem Kanton als Verantwortlicher für die Zubringerstrasse und der Gemeinde Freienbach, die für die flankierenden Massnahmen zuständig ist. Auch in diesem Punkt unterlagen sie vor Verwaltungsgericht.

Der Entscheid habe wegweisenden Charakter für weitere Projekte im Kanton, hielt das Baudepartement fest. So habe man dasselbe Vorgehen beim geplanten Vollanschluss der Steinerstrasse an die kantonale Hauptstrasse H8 in Seewen gewählt. Nach erfolgter Nutzungsplanung werden die konkreten Auswirkungen und die flankierenden Massnahmen im Projektgenehmigungsverfahren geprüft und bewilligt.

Noch hängig ist eine Pluralinitiative zur Linienführung des umstritten Autobahnzubringers in der Gemeinde Freienbach. Sobald der Verwaltungsgerichtsentscheid rechtskräftig ist, werde das Baudepartement zusammen mit der Gemeinde prüfen, wie das Projekt des Vollanschlusses Halten vorangetrieben werden könne.

Das Astra will den Autobahnanschluss Schindellegi nur dann ausbauen, wenn der Kanton Schwyz einen leistungsfähigen Zubringer realisiert. Für das entsprechende Zubringer-Projekt soll unter anderem ein Damm aufgeschüttet werden. Die Kosten inklusive flankierender Massnahmen wie Temporeduktionen auf Nebenstrassen werden auf 44 Millionen Franken geschätzt.

(sda)


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