Federer zieht nach Fünfsatz-Thriller in die Achtelfinals ein


Roman Spirig
Sport / 24.01.20 18:02

Roger Federer zieht am Australian Open in Melbourne zum 18. Mal in die Achtelfinals ein. Der Weltranglisten-Dritte setzt sich in einem packenden Tennis-Thriller nach gut vier Stunden gegen den Australier John Millman 4:6, 7:6 (7:2), 6:4, 4:6, 7:6 (10:8) durch.

Federer zieht nach Fünfsatz-Thriller in die Achtelfinals ein (Foto: KEYSTONE / AP / Dita Alangkara)
Federer zieht nach Fünfsatz-Thriller in die Achtelfinals ein (Foto: KEYSTONE / AP / Dita Alangkara)

Am Tag des grossen Favoritensterbens im Melbourne Park erwischte es beinahe auch den 20-fache Grand-Slam-Sieger. Federer musste leiden, bis er seinen 100. Einzel-Sieg am Australian Open unter Dach und Fach hatte. Die Entscheidung fiel weit nach Mitternacht im Super-Tiebreak des fünften Satzes, als Federer unter anderem nach drei brillanten Gewinnschlägen von Millman bereits mit 4:8 zurückgelegen hatte.

Doch der sechsfache Champion von Melbourne schlug nach vier Stunden Spielzeit noch einmal zurück und schaffte dank sechs Punkten in Folge noch die Wende. "Was für ein Match", sagte Federer, dem im Platzinterview mit Jim Courier für einmal etwas die Worte fehlten, das Geschehene zu erklären. "Es war hart, mehr kann ich dazu nicht sagen", so der Schweizer mit heiserer Stimme.

Schon bevor das 2019 in Melbourne eingeführte Format (Super Tiebreak) die Entscheidung in der Rod Laver Arena bringen musste, hatte der fünfte Satzes Dramatik geboten. Nachdem Millman das Break zum 2:1 gelungen war, schaffte Federer postwendend das Rebreak, ehe er beim Stand von 3:3 wieder zwei Breakbälle gegen sich hatte. Doch der 38-jährige Baselbieter zog den Kopf noch einmal aus der Schlinge - nicht zum letzten Mal an diesem Abend.

Federer hatte in der Startphase der Partie lange gebraucht, um seinen Rhythmus zu finden. Insgesamt unterliefen ihm während der ganzen Partie 82 nicht erzwungene Fehler, über 30 davon allein in den ersten zwei Sätzen - eine für Federer aussergewöhnlich hohe Zahl. Die Wende zum Guten für den Favoriten kam gegen Ende des zweiten Durchgangs, als er im Tiebreak plötzlich aggressiver spielte und dank einigen überragenden Punkten den Satzausgleich schaffte.

Den dritten Satz entschied Federer dank eines Breaks zum 6:4 ebenfalls für sich, ehe Millman noch einmal zurückschlug. "Es tut weh", so der 30-jährige Australier, der einst auch in der Schweiz Interclub spielte. 2018 hatte Millman Federer am US Open in den Achtelfinals bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit eine empfindliche Niederlage zugefügt.

In den Achtelfinals trifft Federer auf Marton Fucsovics aus Ungarn, der dem Amerikaner Tommy Paul nur sechs Games zugestehen musste. Gegen die Nummer 67 der Welt hat Federer bereits vor zwei Jahren im Melbourne Park in den Achtelfinals gespielt und in drei Sätzen gewonnen. Es ist bis heute das beste Grand-Slam-Ergebnis des 27-Jährigen aus Budapest, der 2018 das Turnier in Genf gewann.

(sda)


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