Für Thomas Häberli geschahen Zeichen und Wunder


Roman Spirig
Regional / 16.12.19 01:02

In der Super League gibt es ein natürliches Gefälle. Aber der 2:1-Sieg des darbenden FC Luzern gegen den hohen Favoriten Basel hat gezeigt, wie viel Unerwartetes in der höchsten Schweizer Liga möglich ist.

Für Thomas Häberli geschahen Zeichen und Wunder (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Für Thomas Häberli geschahen Zeichen und Wunder (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Thomas Häberli muss nicht fromm sein, um zu spüren, dass ihm solches widerfahren ist. Am Sonntagnachmittag in einem profanen Fussballspiel.

Es schien, als würden alle Luzerner auf dem Platz für ihren angeschlagenen Trainer rennen und kämpfen, grätschen und schiessen. Kampf, Wille und Schürpf ermöglichten einen Sieg, den man ohne Übertreibung als Sensation bezeichnen darf. Was hatte vor dem Match nicht alles gegen den FCL gesprochen. Die niederschlagende Serie von sechs Niederlagen. Das Ende der noch längeren Siegesserie in den Spielen gegen die St. Gallen, die am letzten Wochenende mit dem 1:4 in Luzern abbrach. Die Verletztenliste, die mehr als doppelt so lang ist wie die des FC Basel. Der FC Basel selbst, der sich in der Meisterschaft nicht viele Patzer erlaubt und als Gruppensieger in der Europa League nach Luzern gekommen ist. Die bekannte Abneigung von Sportchef Remo Meyer, der seinen Trainer in der Öffentlichkeit kritisiert hat. Und hätten sich nicht auch die Querelen unter Verwaltungsräten und Sponsoren des FCL auf die Leistung der Mannschaft auswirken können?

Thomas Häberli konnte seine Freude und seine Erleichterung nach geschlagener Schlacht nicht verbergen. Vor den Medien sagte er: "Es ist schön, wieder einmal als Sieger dazusitzen." Die vielen Absenzen hatten ihn gezwungen, besonders in der Defensive am Team zu basteln und die Jungen und Jüngsten zu forcieren. Diesen unerfahrenen Spielern machte Häberli das grösste Kompliment.

Trainerwechsel sind in Luzern zu einer vorfasnächtlichen Tradition geworden. Vor zwei Jahren trat Markus Babbel ab, und Gerardo Seoane übernahm. Letzten Februar kam Thomas Häberli für René Weiler. Weder unter Babbel noch unter Weiler setzte die Mannschaft zuletzt ein derart kräftiges Lebenszeichen, wie sie es jetzt für Häberli mit dem Triumph über Basel getan hat. Ob der Sieg ihm den Kopf rettet, dürfte man schon bald nach den Festtagen sehen. Der letzte Eindruck ist viel wert, und dieser Eindruck war ein sehr guter.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Präsident Mattarella:
International

Präsident Mattarella: "Auch ich gehe nicht mehr zum Friseur"

Italiens Präsident Sergio Mattarella hat sich in einer ungewollt komischen Situation die Sympathie seiner Landsleute zugezogen, als er sich am Freitag für eine Ansprache im Fernsehen vorbereitete.

Zwei weitere Todesfälle im Kanton Zürich - 156 Infizierte im Spital
Schweiz

Zwei weitere Todesfälle im Kanton Zürich - 156 Infizierte im Spital

Im Kanton Zürich sind zwei weitere Personen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf elf. Die Verstorbenen waren zwischen 75 und 97 Jahre alt.

Covid-19: Touristenschwund am Trevi-Brunnen belastet Sozialhilfe
International

Covid-19: Touristenschwund am Trevi-Brunnen belastet Sozialhilfe

Durch das Ausbleiben von Touristen aufgrund der Corona-Krise entgehen der Stadt Rom beträchtliche Spenden für Bedürftige. Darauf machte Bürgermeisterin Virginia Raggi am Samstag laut der Agentur Kathpress aufmerksam.

International

"Merci" - Eiffelturm dankt Helfern in der Coronavirus-Krise

Aus Solidarität mit den Helferinnen und Helfern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ist der Eiffelturm in Paris am Freitagabend erstmals mit besonderem Licht erstrahlt. Zudem gab es den Schriftzug "Merci".