Harsche Reaktion der SVP Aargau auf den Parteiaustritt von Roth


Roman Spirig
Regional / 23.04.19 12:48

Die SVP des Kantons Aargau reagiert gereizt auf den Parteiaustritt ihrer bisherigen Regierungsrätin Franziska Roth. Die Partei habe sich bei ihrer Nominierung 2016 getäuscht. Sie legt Roth weiterhin einen Rücktritt nahe.

Harsche Reaktion der SVP Aargau auf den Parteiaustritt von Roth (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Harsche Reaktion der SVP Aargau auf den Parteiaustritt von Roth (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Wie Roth das Regierungsamt - nun ohne helfende Partei - weiterführen will, sei der SVP schleierhaft, schrieb die Partei am Dienstag in einer Stellungnahme. Ohne massive Erhöhung ihres persönlichen Einsatzes und ohne die Annahme von Hilfe sei dies nicht möglich.

Mit dem Parteiaustritt ist laut SVP kein einziges Problem gelöst. Ein Rücktritt vom Amt wäre für den Kanton Aargau das Beste. Die SVP Aargau müsse anerkennen, dass sie das Leistungsvermögen von Franziska Roth falsch eingeschätzt habe.

Die Partei bittet die Aargauerinnen und Aargauer in aller Form um Entschuldigung für die 2016 beschlossene Nomination zur Regierungsratskandidatin. Zweieinhalb Jahre später sehe die SVP ein, dass sie sich damals getäuscht habe. Franziska Roth mangle es an Willen, Interesse und Talent, das Regierungsamt auszufüllen.

Die Vorwürfe von Seiten der Parteispitze seien spätestens im Februar 2018 sehr konkret formuliert worden, konterte die SVP Aargau entsprechende Vorwürfe von Roth. Als Beispiele nennt die Partei die angekündigte, aber nie vorgelegte Strategie für das Departement.

Weiter wirft die SVP Roth vor, jeweils am Montagmorgen nicht vor 10 Uhr zur Arbeit zu erscheinen. Weitere Kritik übt die Partei bezüglich fehlender Leadership, fehlendem Bezug zur Gesundheitsdirektorenkonferenz, Desinteresse für das Gesundheitswesen und die wichtigen Geschäfte sowie fehlender Präsenz an Sitzungen und Veranstaltungen.

In den vergangenen Monaten sei ihre Arbeit und ihr Departement Gesundheit und Soziales (DGS) einer Dauerkritik ausgesetzt gewesen, hatte Roth am Dienstag vor den Medien in Aarau erklärt. Die diffusen Vorwürfe seien mehrheitlich von Seiten der Parteileitung der SVP Aargau gekommen.

Trotz mehrmaligem Nachfragen bei den Kritikern seien diese Vorwürfe bis heute nicht konkretisiert, geschweige denn mit Fakten belegt worden. Sie habe erkennen müssen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit der Fraktionsspitze und der Geschäftsleitung der SVP Aargau nicht mehr möglich sei.

Sie habe sich deshalb entschlossen, die SVP des Kantons Aargau zu verlassen und als parteilose Regierungsrätin ihr Amt weiterzuführen, sagte sie. Das Parteipräsidium der SVP Aargau und der Aargauer Landammann Urs Hofmann (SP) wurden am Dienstagmorgen über ihren Entscheid informiert.

(sda)


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