Hongkong ruft wegen Coronavirus Notstand aus


Roman Spirig
International / 25.01.20 11:29

Hongkong hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Notstand und damit die höchste Warnstufe der Stadt ausgerufen. "Bislang haben wir keine schweren und weitverbreiteten Infektionen. Aber wir nehmen das ernst und hoffen, der Epidemie einen Schritt voraus zu sein", sagte Regierungschefin Carrie Lam am Samstag.

Hongkong ruft wegen Coronavirus Notstand aus (Foto: KEYSTONE / AP / Jae C. Hong)
Hongkong ruft wegen Coronavirus Notstand aus (Foto: KEYSTONE / AP / Jae C. Hong)

Alle Flüge und Zugverbindungen aus Wuhan, dem Zentrum des Virenausbruchs, würden vorerst eingestellt. Die Behörden von Wuhan schränkten derweil den Autoverkehr in der Stadt stark ein.

Für Reisende aus anderen chinesischen Städten verhängten die Hongkonger Behörden keine Einschränkungen. Allerdings müssen alle Passagiere bei ihrer Ankunft in der chinesischen Sonderverwaltungszone ein Gesundheitsformular ausfüllen. Lam zufolge werden zudem mehrere öffentliche Veranstaltungen, darunter eine Neujahrsgala und ein Marathon, abgesagt. Die Neujahrsferien an Schulen und Universitäten wurden bis zum 17. Februar verlängert.

Von fünf Menschen, die in Hongkong positiv auf das Virus getestet wurden, kamen vier mit einem neuen Hochgeschwindigkeitszug aus Festland-China. In der Folge waren Forderungen laut geworden, die Einreise vom Festland einzuschränken oder ganz zu stoppen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus ordneten die chinesischen Behörden am Samstag landesweite Massnahmen an. Demnach werden im gesamten öffentlichen Verkehr Fieber-Messstationen eingerichtet. Die Behörden in Wuhan schränkten zudem den Autoverkehr in der Stadt stark ein. Ab Mitternacht dürften Kraftfahrzeuge bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr ins Stadtzentrum fahren, teilten die Behörden mit.

Das neuartige Virus, das eine Lungenkrankheit verursacht, ging von der Elf-Millionen-Metropole Wuhan aus. Nach Behördenangaben gibt es in China mittlerweile landesweit knapp 1300 bestätigte Infektionsfälle, 41 Patienten starben. Auch aus anderen Ländern wurden einzelne Fälle gemeldet, darunter Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam und die USA. Inzwischen hat das Virus auch erstmals Europa erreicht: In Frankreich wurden am Freitag drei Verdachtsfälle bestätigt.

(sda)


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