Immobilienmarkt mit stärkstem Preisanstieg seit 2014


Roman Spirig
Schweiz / 23.01.20 10:35

Wohnimmobilien werden in der Schweiz immer teurer. 2019 sind die Preise für Wohneigentum so stark gestiegen wie seit 2014 nicht mehr.

Immobilienmarkt mit stärkstem Preisanstieg seit 2014 (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Immobilienmarkt mit stärkstem Preisanstieg seit 2014 (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Wohnungen und Einfamilienhäuser verteuerten sich um jeweils rund zwei Prozent. Und auch im laufenden Jahr dürften die Preise für Eigenheime leicht steigen, dies geht aus der jüngsten Studie der UBS "Real Estate Focus 2020" hervor.

Nach wie vor sind demnach die rekordtiefen Zinsen und die damit verbundene Jagd der Investoren nach Rendite die Haupttreiber für die steigenden Preise von Wohnimmobilien. Dabei sind die Zentrumslagen mehr betroffen als die Peripherie.

Dass die Preise weiter steigen, liegt auch daran, dass das Angebot an Eigenheimen tief ist im Vergleich zu Mietwohnungen. Aktuell betreffen nur 40 Prozent der Baugesuche Eigenheime.

Die Preise für Mehrfamilienhäuser treten dagegen seit 2016 auf der Stelle. Einzig an Spitzenlagen steigen die Preise. Andernorts dämpften Leerstände die Zahlungsbereitschaft der Investoren. Daher dürften die Angebotsmieten auch 2020 insgesamt um rund 1 Prozent sinken, heisst es in der Studie.

Bei den Geschäftsimmobilien geraten Büroflächen an Zentrumslagen unter Druck. Vor allem in Zentrumslagen seien Konjunkturrisiken zu wenig eingepreist, heisst es. Das Beschäftigungswachstum gehe zurück und die schwächeren Wirtschaftsaussichten drückten auf die Nachfrage. Damit dürften höhere Mieten nur in Ausnahmefällen durchsetzbar sein und gesamtschweizerisch könnten die Mieten sogar leicht nachgeben.

Belastet wird der Markt für Geschäftsflächen auch vom Onlinehandel, der auch dieses Jahr um 10 Prozent wachsen dürfte. Dem stationären Handel stehe im besten Fall wachstumsmässig eine Nullrunde bevor, schreibt die UBS. Trotz eines steigenden Überangebots seien die Mieten in Innenstädten im Durchschnitt weiterhin zu hoch. "Ein Rückgang ist unumgänglich", sagt Claudio Saputelli, CIO von UBS Real Estate.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Forschende entwickeln Membran, die radioaktives Wasser säubert
Schweiz

Forschende entwickeln Membran, die radioaktives Wasser säubert

Molkeproteine und Aktivkohle: Dieses Duo filtert radioaktive Elemente aus verseuchtem Wasser, wie ETH-Forschende gezeigt haben. Abwässer aus Spitälern und aus Reaktorunfällen könnten so harmlos gemacht werden.

Experte: Wenige Tests auch Grund für niedrige Corona-Zahlen in Polen
International

Experte: Wenige Tests auch Grund für niedrige Corona-Zahlen in Polen

Die vergleichsweise geringe Zahl von registrierten Neuinfektionen in Polen kann nach Einschätzung eines Experten auch auf eine nicht ausreichende Anzahl von Tests zurückzuführen sein. 

Stadt St. Gallen will Hallenbad Blumenwies erweitern und ausbauen
Schweiz

Stadt St. Gallen will Hallenbad Blumenwies erweitern und ausbauen

Der St. Galler Stadtrat will das 1973 eröffnete städtische Sport- und Freizeitbad Blumenwies für knapp 50 Millionen Franken sanieren und ausbauen. Vorübergehenden Ersatz soll ein Freibad mit Traglufthalle bieten. Im März 2021 ist eine Volksabstimmung vorgesehen.

Auto fährt in Degersheim in Schottisches Hochlandrind
Schweiz

Auto fährt in Degersheim in Schottisches Hochlandrind

In Degersheim SG hat ein Autolenker am frühen Donnerstagmorgen ein Schottisches Hochlandrind angefahren, das die Strasse überqueren wollte. Der 27-jährige Mann kam mit leichten Verletzungen davon, das Rind wurde beim Unfall getötet.