Jean Paul Gaultiers spektakulärer Abschied vom Laufsteg


Roman Spirig
International / 23.01.20 02:13

Abschied eines legendären Modeschöpfers: Am Mittwochabend hat Jean Paul Gaultier in Paris seine letzte Haute Couture-Show gezeigt. Zu dem letzten Defilee wurde ein Musical aufgeführt, in dem prominente Künstler auftraten.

Jean Paul Gaultiers spektakulärer Abschied vom Laufsteg (Foto: KEYSTONE / AP / Francois Mori)
Jean Paul Gaultiers spektakulärer Abschied vom Laufsteg (Foto: KEYSTONE / AP / Francois Mori)
(Foto: KEYSTONE / AP / Thibault Camus)
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(Foto: KEYSTONE / AP / Francois Mori)
(Foto: KEYSTONE / AP / Francois Mori)

Im prachtvollen Théatre de Châtelet präsentierte der 67-jährige Franzose vor den Augen von Stars wie Carla Bruni, Eva Herzigova, Inès de la Fressange oder Anna Wintour weit über 100 Looks. Es war ein Rückblick auf seine besten Entwürfe der vergangenen 50 Jahre.

Zu sehen waren Gaultiers berühmte lachsfarbene Korsagen, Matrosen-Looks, Mieder, Strapse und natürlich seine legendären blau-weissen Streifen. 220 Models trugen Gaultier auf ihren Schultern. Er warf dem begeisterten Publikum Luftküsse zu.

Zu Beginn der Show war ein schwarzer Sarg über die Bühne getragen worden, aus dem zwei kegelförmige Brüste herausragten. Es war eine Anspielung auf eine von Gaultiers berühmtesten Kreationen - den spitzen BH, den er einst für den Popstar Madonna entworfen hatte. Und es war auch ein Scherz darüber, dass er nach seinem Tod vor allem wegen dieses Büstenhalters in Erinnerung bleiben könnte.

Bei der als eine Art Musical angelegten Show traten unter anderen die US-Popsängerin Beth Ditto und der österreichische Travestie-Künstler Conchita Wurst als Models auf. Die Show wurde mit dem Gesangsauftritt von Boy George aufgeschlossen. Madonna nahm entgegen der Spekulationen nicht an Gaultiers Abschied teil.

Mit der Show verabschiedete sich der Modeschöpfer endgültig vom Laufsteg. Bereits Ende 2014 hatte er seine Prêt-à-Porter-Linie eingestellt. Vergangene Woche hatte er überraschend seinen Ausstieg aus den Haute-Couture-Modenschauen angekündigt.

Via Twitter liess Gaultier verlauten, dass seine Marke weiter bestehen werde, aber mit einem anderen Konzept. Offen liess er, ob er weiterhin für das Design seiner Marke zuständig sein wird. In seiner Shownotiz verabschiedete er sich mit den Worten: "Und es wird mit neuen Abenteuern weitergehen, das Beste liegt vor uns."

Gaultier, der früher als "enfant terrible" der Modewelt galt, verwischte in den vergangenen Jahrzehnten die Grenzen zwischen männlicher und weiblicher Mode und sorgte mit provokativen Entwürfen immer wieder für Aufsehen.

Seine Karriere hatte er 1970 im Alter von 18 Jahren als Assistent des Designers Pierre Cardin begonnen. Mit Karl Lagerfeld hatte er zu den letzten grossen Mode-Ikonen der 80er und 90er Jahre gezählt.

(sda)


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