Jörg Meyer aus dem Rennen: Luzerner SP-Leitung will grüne Regierungskandidatin unterstützen 


Roman Spirig
Regional / 01.04.19 17:58

Die vor vier Jahren aus der Luzerner Regierung abgewählte SP dürfte weiterhin nicht mehr mitregieren können. Die Parteileitung der SP beantragt den Delegierten, ihren Regierungsratskandidaten Jörg Meyer aus dem Rennen zu nehmen.

Jörg Meyer aus dem Rennen: Luzerner SP-Leitung will grüne Regierungskandidatin unterstützen  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Jörg Meyer aus dem Rennen: Luzerner SP-Leitung will grüne Regierungskandidatin unterstützen  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Der Entscheid, dass Meyer sich zurückzieht, war einstimmig gefallen, wie die Parteileitung am Montag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz mitteilte. Meyer sagte, der Entscheid entspreche der politischen Logik und sei Ausdruck der langen und engen Partnerschaft mit den Grünen. Wichtigstes Ziel sei es, den links-grünen Regierungssitz wieder zu erlangen.

Bärtsch hatte am Sonntag 42'946 Stimmen erreicht. Damit blieb sie zwar unter dem absoluten Mehr von 54'369 Stimmen, erreichte aber noch den fünften und letzten Regierungsratsplatz. Meyer holte exakt 400 Stimmen weniger als Bärtsch. Beide platzierten sich aber noch vor dem parteilosen Regierungsrat Marcel Schwerzmann.

SP-Parteipräsident David Roth betonte, dass Meyer ein hervorragendes Resultat erzielt und sich vor einem amtierenden Regierungsrat platziert habe. Die Partei habe am Sonntagabend und am Montag intensive Gespräche geführt. Schliesslich seien für den zweiten Wahlgang vom 19. Mai noch zwei Linien auf dem Wahlzettel frei.

Die Parteileitung kam nach eigenen Angaben aber einstimmig zum Schluss, dass die Linke mit einer Einerkandidatur in den zweiten Wahlgang gehen solle, und dass die SP die grüne Kandidatin unterstützen wolle. Es gehe um die Stärkung der Linken, sagte Roth, obwohl die SP als grösste Oppositionspartei Anspruch auf einen Sitz in der Kantonsregierung habe.

Die SP-Spitze geht davon aus, dass die Delegierten am Dienstagabend ihren rationalen Entscheid unterstützen werden. Roth betonte auch, dass es kein Fehler gewesen sei, Meyer für die Regierungsratswahlen zu nominieren. Es gebe keine Devise in der Partei, dass keine Männer kandidieren dürften, sagte er.

Bärtsch war die einzige Frau gewesen, die im ersten Wahlgang für einen Sitz in der Regierung kandidierte. Der Regierungsrat war seit 2015 nicht nur rein bürgerlich, sondern bestand auch nur aus Männern.

Am Sonntag waren erst drei der fünf Regierungssitze vergeben worden. Gewählt wurden die beiden CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss sowie Fabian Peter (FDP), der den freiwerdenden Sitz seiner Partei verteidigen konnte. Einem zweiten Wahlgang stellen muss sich neben Schwerzmann auch Regierungsrat Paul Winiker (SVP).

CVP, FDP und SVP werden bis am Mittwoch entscheiden, wen sie im zweiten Wahlgang unterstützen wollen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Arsenal lässt beim Schlusslicht Punkte liegen
Sport

Arsenal lässt beim Schlusslicht Punkte liegen

Nach zwei Siegen zu Saisonbeginn hat Arsenal in der englischen Meisterschaft nunmehr dreimal in Folge nicht mehr gewonnen. Das 2:2 beim Tabellenletzten Watford ist Arsenals zweites Unentschieden nebst der Niederlage in Liverpool.

Juventus gestoppt - weder Ronaldo noch Ribéry treffen
Sport

Juventus gestoppt - weder Ronaldo noch Ribéry treffen

Letzte Saison gab Juventus Turin erst in der 9. Runde die ersten Punkte in der Serie A ab. Heuer fängt Juve in der 3. Runde das erste Remis ein - mit einem 0:0 bei Fiorentina.

Liverpool auch nach fünf Runden makellos - Shaqiri ab 84.
Sport

Liverpool auch nach fünf Runden makellos - Shaqiri ab 84.

Der FC Liverpool besiegte daheim Newcastle United nach einem frühen Rückstand 3:1 und bleibt auch nach der fünften Runde der Premier League verlustpunktlos.

Bern - Rapperswil-Jona Lakers: Bern steigert sich zum Sieg
Sport

Bern - Rapperswil-Jona Lakers: Bern steigert sich zum Sieg

Bern bekundete zum Saisonauftakt zuhause gegen Rapperswil-Jona mehr Mühe als erwartet. Dank drei Toren im Schlussdrittel setzte sich der Meister gegen den Letzten der Vorsaison dank einer Steigerung im Schlussdrittel dennoch verdient 6:3 durch.