Kanton Schwyz will Pflegende besser schützen


Roman Spirig
Regional / 06.06.19 14:31

Der Kanton Schwyz will den geltenden Normalarbeitsvertrag (NAV) für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer anpassen. Dieser entspreche insbesondere im Bereich der Betagtenbetreuung nicht mehr den aktuellen Begebenheiten, begründet die Regierung die Revision.

Kanton Schwyz will Pflegende besser schützen (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Kanton Schwyz will Pflegende besser schützen (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Der kantonale NAV Hauswirtschaft wurde vor mehr als zwanzig Jahren in Kraft gesetzt, wie die Staatskanzlei des Kantons Schwyz am Donnerstag anlässlich der Vernehmlassung mitteilte. Mittlerweile habe die Zahl der betreuungsbedürftigen Betagten zugenommen und mit ihr auch die Betreuer, für die der NAV gilt.

In der Praxis bestehe ein Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen der Betagten, den existierenden Angeboten und den Kosten für die Betreuung, schreibt die Regierung. So werde etwa die 24-Stunden-Betreuung immer häufiger in Anspruch genommen und dazu auch Pendelmigranten aus EU-Staaten eingesetzt.

Die Arbeitsbedingungen vor Ort, die Einhaltung von Arbeits-, Präsenz- und Ruhezeiten sowie die Entschädigung für die Präsenzzeit hätten vermehrt Anlass zu Diskussionen gegeben. Diese sensiblen Bereiche mit erhöhtem Schutzbedürfnis der Arbeitnehmenden seien im heutigen NAV ungenügend abgebildet, was zu teilweise prekären Arbeitsbedingungen führe.

Weiter enthält der bestehende NAV noch Grundsätze zur Entlöhnung, obwohl die Mindestlöhne seit 2011 verbindlich im NAV Haushalt des Bundes normiert sind. Mit der Totalrevision werden Regelungslücken geschlossen. Die bisherigen Schutznormen bleiben inhaltlich unverändert, es sei denn, sie stehen im Widerspruch mit den Regelungen der 24-Stunden-Betreuung.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

US-Repräsentantenhaus verurteilt Trumps Attacke gegen Demokratinnen
International

US-Repräsentantenhaus verurteilt Trumps Attacke gegen Demokratinnen

Das US-Repräsentantenhaus hat die Verbalattacken von Präsident Donald Trump gegen vier Demokratinnen im Kongress in einer Resolution als rassistisch verurteilt. Der Präsident hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Vor der Abstimmung spielten sich chaotische Szenen ab.

Merkel begrüsst neuen Anlauf im Streit um Flüchtlinge
International

Merkel begrüsst neuen Anlauf im Streit um Flüchtlinge

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt den Anlauf der künftigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Konstruktionsfehler bei den Dublin-Regeln für Asylverfahren in der EU beheben will.

Beckenbauer nicht mehr vernehmungsfähig
Sport

Beckenbauer nicht mehr vernehmungsfähig

Franz Beckenbauer ist wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr vernehmungsfähig. Die Schweizer Bundesanwaltschaft will gemäss einem Bericht der "NZZ" das langwierige Verfahren einstellen.

Lugano verpflichtet NHL-Center Spooner
Sport

Lugano verpflichtet NHL-Center Spooner

Der HC Lugano hat sich im Hinblick auf die kommende Saison die Dienste von Ryan Spooner gesichert. Der 27-jährige Center stösst mit einem Einjahresvertrag aus der NHL von den Vancouver Canucks ins Tessin.