Kanton Uri hilft bei Sanierung der Schiffstation Tellsplatte


Roman Spirig
Regional / 13.11.19 09:28

Die Kursschiffe auf dem Vierwaldstättersee sollen künftig die Schiffstation Tellsplatte wieder ansteuern. Der Kanton Uri beteiligt sich mit maximal 250'000 Franken an der Sanierung der Station. Der Landrat genehmigte heute einen Verpflichtungskredit einstimmig.

Kanton Uri hilft bei Sanierung der Schiffstation Tellsplatte  (Foto: KEYSTONE)
Kanton Uri hilft bei Sanierung der Schiffstation Tellsplatte (Foto: KEYSTONE)

Im Januar 2019 wurde die Schiffstation Tellsplatte wegen baulicher Mängel geschlossen. Seitdem fährt die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) die Station nicht mehr an. Die SGV ist aufgrund der geringen kommerziellen Bedeutung der Station nicht bereit, die gesamten Kosten für eine Sanierung in der Höhe von rund 600'000 Franken allein zu tragen.

Jährlich steigen je rund 6000 Schiffsgäste der SGV bei der Station ein und aus. Diese hat aus Urner Sicht aufgrund ihrer Zubringerfunktion zur Tellskapelle, einem Kulturgut von nationaler Bedeutung, eine besondere Funktion. Der Legende nach soll Wilhelm Tell sich bei der Tellsplatte mit einem Sprung ans Ufer aus den Fängen des Landvogts Gessler gerettet haben.

Der Kanton ist rechtlich zwar nicht verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen. Doch Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind sagte, bei den Verhandlungen habe er den Eindruck erhalten, dass die SGV am liebsten bloss im Luzerner Seebecken hin- und herfahren würde und höchstens einmal für ein Foto für den Katalog einen Abstecher in den Urnersee machen möchte.

SGV und Kanton einigten sich schliesslich auf Beiträge von je 250'000 Franken. Sisikon als Standortgemeinde sammelte über einen Spendenaufruf und die Unterstützung einer privaten Crowdfunding-Aktion zugunsten der Schiffstation einen Betrag von über 100'000 Franken.

Auch bei anderen Schiffstationen stehen Sanierungen an. Der Kantonsbeitrag an die Tellsplatte ist laut der Regierung aber nicht richtungsweisend.

Die Beschlüsse des Urner Landrats:

- Kenntnis erhalten von neun neuen persönlichen Vorstössen unter anderem zu einem 5G-Moratorium, zu einer Standesinitiative bezüglich der Axenstrasse und zum Stimm- und Wahlrechtsalter 16.

- die Leistungsvereinbarung über den Nationalstrassenunterhalt zwischen dem Kanton Uri und dem Bund einstimmig angepasst.

- einen Beitrag über 250'000 Franken an die Sanierung der Schiffstation Tellsplatte einstimmig genehmigt.

- drei Vorschusskredite für Hochwasserereignisse im vergangenen Sommer über insgesamt 550'000 Franken einstimmig genehmigt.

- mit 47 zu 11 Stimmen bei 1 Enthaltung ohne Wertung Kenntnis genommen vom Bericht zur ÖV-Erschliessung der ländlichen Regionen im Kanton Uri.

- den Bericht der Spitalkommission zum Um- und Neubau Kantonsspital Uri zur Kenntnis genommen.

- die Jahresberichte zur Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) und zum Konkordat der Zentralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (ZBSA) zur Kenntnis genommen.

- eine Interpellation zur Kantonalen Immobilienstrategie und der Urner Kantonalbank sowie eine Interpellation zur Sperrung des Schiffsteg bei der Tellsplatte behandelt.

(sda)

(sda)


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