Kantonale Hilfe für St. Galler Firmen, Sportvereine und Kitas


Roman Spirig
Regional / 07.04.20 14:26

Der Kanton St. Gallen gewährt KMU-Betrieben zusätzlich zur Hilfe des Bundes Notkredite im Umfang von 45 Millionen Franken. Sportvereine werden mit 700'000 Franken aus dem Sport-Toto-Fonds unterstützt. Kitas erhalten bei Bedarf zinslose Darlehen.

Kantonale Hilfe für St. Galler Firmen, Sportvereine und Kitas (Foto: KEYSTONE / DPA / MONIKA SKOLIMOWSKA)
Kantonale Hilfe für St. Galler Firmen, Sportvereine und Kitas (Foto: KEYSTONE / DPA / MONIKA SKOLIMOWSKA)

Die Regierung informierte am Dienstag via Livestream über die neuen Massnahmen. Ergänzend zum wirtschaftlichen Unterstützungsprogramm des Bundes, stellt der Kanton 45 Millionen Franken zur Verfügung, hauptsächlich in Form von Liquiditätshilfen für KMU-Betriebe, die in Schwierigkeiten geraten.

Ab Mittwoch können Unternehmen mit Sitz im Kanton St. Gallen Notkredite von bis zu 250000 Franken beantragen. Voraussetzung ist, dass das Bundesprogramm vollständig ausgeschöpft ist.

Finanzielle Hilfe gibt es auch für Sportvereine, die wegen des Lockdowns durch den Ausfall von Veranstaltungen in finanzieller Not sind. 50 Millionen Franken stehen als zinslose Darlehen für den professionellen Sport zur Verfügung, weitere 50 Millionen für den Breitensport als nicht rückzahlbare Beiträge.

Kindertagesstätten (Kitas) will der Kanton, zusätzlich zu Krediten des Bundes, zinslose Darlehen gewähren. Diese sollen später von den Gemeinden und anderen Kostenträgern übernommen werden, wie der Kanton schreibt. Wegen der Einnahmenausfälle der Kitas sei absehbar, dass viele diese Darlehen nicht zurückzahlen werden könnten.

Auch den Kulturschaffenden stellt der Kanton Hilfe in Aussicht. Zu den 11 Millionen Franken, die der Bund für den Kanton St. Gallen gesprochen hat, kommen laut Regierung weitere sieben Millionen aus der Kantonskasse hinzu. Sie sollen die Einkommensausfälle der Kulturschaffenden decken helfen.

Die Anzahl der Personen, die am Coronavirus erkrankt sind, steigt in St. Gallen moderat, aber kontinuierlich. Derzeit sind 557 Fälle bestätigt. 56 Personen befinden sich auf Isolationsstationen, neun auf Intensivstationen. Die Situation in den Spitälern sei immer noch gut, ruhig, sagte Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann.

Wegen der Coronakrise erwarten die Behörden auch, dass mehr Personen Sozialhilfe benötigen. Durch Kurzarbeit, Entlassungen oder Einnahmenausfälle bei Selbständigerwerbenden, aber auch durch fehlende Alimentenzahlungen an Alleinerziehende könne dies eintreffen. Mit den Gemeinden würden Gespräche über Fragen rund um die spätere Rückzahlung solcher Sozialhilfeleistungen geführt.

(sda)

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