Keine Welle der Begeisterung für Luzerner Wakeboard-Anlage


Roman Spirig
Regional / 25.03.19 23:00

Der Luzerner Kantonsrat steht einer geplanten Wakeboard-Anlage in Ettiswil kritisch gegenüber, vor allem wegen des Land- und Wasserverbrauchs. Ob das Projekt je realisiert werden kann, ist nach Angaben des Regierungsrats noch offen.

Keine Welle der Begeisterung für Luzerner Wakeboard-Anlage (Foto: KEYSTONE / DPA / PETER STEFFEN)
Keine Welle der Begeisterung für Luzerner Wakeboard-Anlage (Foto: KEYSTONE / DPA / PETER STEFFEN)

Der Kantonsrat diskutierte am Montag die geplante Freizeitanlage, weil Andreas Hofer (Grüne) dazu dem Regierungsrat mehrere Fragen gestellt hatte. Aus allen Fraktionen folgten darauf kritische Wortmeldungen.

Für die gesamte Anlage werden rund sieben Hektaren Kulturland benötigt, das meiste davon in Fruchtfolgequalität, wie der Regierungsrat in seiner schriftlichen Antwort geschrieben hat. Josef Dissler (CVP) sagte, seine Fraktion sei deswegen gegenüber der Anlage sehr kritisch aufgestellt. Lohne es sich, so viele Ressourcen für eine relativ kleine Randgruppe von Sportlern einzusetzen, fragte er sich. Jost Troxler (SVP) bezeichnete den Landverbrauch als "Wahnsinn". Auf dem Land könnten 50 Tonnen Weizen produziert werden.

Das rund 28'000 Quadratmeter grosse und 1,8 Meter tiefe Becken muss mit Niederschlagswasser gespeist werden. Entnahmen aus Bächen oder aus dem Grundwasser seien nicht möglich, erklärte der Regierungsrat in seiner Antwort. Für Markus Hess (GLP) sind die trockenen Sommer und die Reinigung des Schmutzwassers weitere kritische Punkte.

Differenzierend-kritisch waren FDP und SP. Ruedi Burkhard (FDP) sagte, offenbar sei Wakeboarden auch ein Bedürfnis. Hasan Candan (SP) wies darauf hin, dass das für die Wakeboard-Anlage genutzte Landwirtschaftsfläche heute wohl hochintensiv mit viel Dünger und Chemie genutzt werde.

Bau- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng sagte, die Regierung wolle im ländlichen Raum den Tourismus stärken. Dies sei die positive Seite des Projekts. Er wies aber darauf hin, dass die Vorprüfung durch den Kanton des Projekts noch nicht abgeschlossen und die Planungsvorgaben noch nicht erfüllt seien. Die Hürden seien hoch, sagte er, und er könne zum Ausgang der Vorprüfung noch keine Prognose abgeben.

(sda)


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