Knall auf der Königin der Berge: Rigi Bahnen trennen sich von ihrem CEO


Roman Spirig
Regional / 10.05.19 18:41

Wegen unterschiedlicher Vorstellungen bezüglich Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung haben sich die Rigi Bahnen von ihrem CEO Stefan Otz getrennt. Der 53-Jährige war seit 2016 beim Unternehmen tätig.

Knall auf der Königin der Berge: Rigi Bahnen trennen sich von ihrem CEO  (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Knall auf der Königin der Berge: Rigi Bahnen trennen sich von ihrem CEO (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Die Trennung erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen, wie die Rigi Bahnen heute Freitag mitteilen. Über die Abgangsmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Damit sich Otz ab sofort auf seine künftige berufliche Zukunft ausrichten könne, haben man entschieden, das Arbeitsverhältnis ordentlich zu beenden und ihn von seinen Aufgaben freizustellen.

Verwaltungsratspräsident Karl Bucher sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat hätten sich beim Führungs- und Rollenverständnis nicht gefunden, das habe sich in mehreren Sitzungen gezeigt. Es sei zu viel Energie in interne Vorgänge investiert worden auf Kosten des Vorantreibens des Unternehmens.

Beim Entscheid keine Rolle gespielt habe die Kritik am Ausbau der Bahn, die jüngst etwa mit einer Online-Petition zum Ausdruck kam. Otz sei hinter den geplanten Projekten gestanden. Auch der Prozess einer Charta, die unter Einbezug mehrerer betroffener Kreise die Entwicklung der Rigi bis 2030 verbindlich regeln soll, sei durch den Abgang nicht gefährdet, zumal hier der Verwaltungsrat involviert sei.

AdChoices
WERBUNG

Otz war vor seinem Engagement bei den Rigi Bahnen Direktor von Interlaken Tourismus gewesen. Er habe einen grossen Beitrag geleistet, die Rigi-Bahnen von einem Bahn- zu einem Tourismusunternehmen zu entwickeln, attestierte ihm Bucher. Ad interim übernimmt nun Vizedirektor Marcel Waldis die operative Führung bei den Rigi Bahnen.

Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2018 ein Rekordergebnis. Es transportierte 14 Prozent mehr Passagiere als 2017, machte acht Prozent mehr Umsatz und steigerte den Gewinn im gleichen Umfang. Die Rigi Bahnen starteten auch gut ins 2019 und erlebten den besten Februar aller Zeiten.

Das Unternehmen will mit dem Geld kräftig investieren. In Vitznau wird bis im Mai 2020 für 6 Millionen Franken ein neues Dienstleistungszentrum realisiert. Für 38 Millionen Franken werden neue Züge beschafft. Schliesslich muss die Rigi Bahnen AG die Luftseilbahn von Weggis LU auf Rigi Kaltbad ersetzen. Die geplante Gondelbahn dürfte 17 bis 20 Millionen Franken kosten, ist in Umweltschutzkreisen aber auch auf Kritik gestossen.

(sda)

 

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Jeder zweite in der Schweiz will ein E-Auto kaufen
Schweiz

Jeder zweite in der Schweiz will ein E-Auto kaufen

Die Bevölkerung ist in Bezug auf ihr Mobilitätsverhalten zwischen Wunsch und Wirklichkeit hin- und hergerissen. Danach gefragt, welche Mobilitätsform man in den nächsten Jahren vermehrt nutzen will, werden Elektroautos am meisten genannt. Die Realität auf Schweizer Strassen ist aber eine andere. Elektroautos machen erst 3% aus.

Luzerner Regierungsrat mischt sich nicht in Krippenfinanzierung ein
Regional

Luzerner Regierungsrat mischt sich nicht in Krippenfinanzierung ein

Der Luzerner Regierungsrat sieht sich ausserstande, in die Finanzierung der Kindertagesstätten einzugreifen. Die Krippen seien Sache der Gemeinden, hält er in seiner Antwort auf ein Postulat von Kantonsrat Urban Sager (SP) fest.

Zürcher Polizei rettet Mann aus der Limmat
Regional

Zürcher Polizei rettet Mann aus der Limmat

Die Stadtpolizei Zürich hat in der Nacht auf Sonntag einen 23-jährigen Mann aus der Limmat gerettet. Er wurde stark unterkühlt ins Spital gebracht. Weshalb und wie lange der Mann im Wasser war, ist nicht bekannt.

Luzerner Polizei nimmt neun Prostituierte fest
Regional

Luzerner Polizei nimmt neun Prostituierte fest

Die Luzerner Polizei hat neun Frauen wegen des Verdachts, ohne Arbeitsbewilligung als Prostituierte zu arbeiten, festgenommen. Die Frauen sollen aus der Schweiz weg gewiesen werden.