Kritik am neuen Buskonzept im Rontal im Kantonsrat


Roman Spirig
Regional / 28.01.20 10:17

Die Einführung des neuen Buskonzepts im Rontal ist nach Ansicht des Luzerner Kantonsrats nicht geglückt, wird aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Das Parlament hat am Dienstag ein dringliches Postulat in dieser Sache deswegen nur teilweise erheblich erklärt.

Kritik am neuen Buskonzept im Rontal im Kantonsrat (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Kritik am neuen Buskonzept im Rontal im Kantonsrat (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Marianne Wimmer (SP) forderte in ihrem Vorstoss, dass die Busse 22 (aus Buchrain) und 23 (aus Dierikon) nicht mehr nur bis Ebikon fahren, sondern wieder bis zum Bahnhof Luzern. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wenden die Busse in Ebikon, die Passagiere müssen dort auf die neue Trolleybuslinie 1 oder die S-Bahn umsteigen.

Am Montag hatte der Verkehrsverbund bekannt gegeben, dass als Entlastungsmassnahme ab März von Montag bis Freitag in den Stosszeiten wieder einzelne Busse der Linie 22 bis zum Bahnhof fahren. Diese Busse halten an allen Stationen. Die Linie 23 endet weiterhin in Ebikon.

Für Wimmer ist diese Verbesserung ungenügend. Support erhielt sie vor allem von Grünen und GLP. Monique Frey (Grüne) sagte etwa, weil die S-Bahn nur halbstündlich und die Busse viertelstündlich fahren würden, könne der Umsteigeknoten in Ebikon nicht funktionieren. Frey forderte Expressbusse in die Stadt, die die fehlenden S-Bahnen ergänzen könnten.

Gegen eine langfristige Lösung mit Bussen, die bis ins Stadtzentrum fahren, äusserte sich Daniel Gasser (CVP). Das Konzept, die Busse nicht mehr ins überlastete Stadtzentrum fahren zu lassen und in der Agglomeration Umsteigeknoten zu schaffen, dürfe nicht in Frage gestellt werden. Er forderte als Lösung einen Schnellzugshalt in Ebikon.

Kritik geübt wurde auch an der Umsteigesituation in Ebikon. Die bauliche Schaffung des Bushubs ist durch Einsprachen blockiert, ein Provisorium konnte auch nicht realisiert werden, so dass es zur Zeit nur eine Übergangslösung gibt. Wegen den Einsprachen könnten nicht einmal wettergeschützte Unterstände realisiert werden, sagte Gasser.

Stephan Betschen (FDP) sagte, die Einführung des neuen Buskonzept und des Bushub Ebikon sei nicht geglückt. Das Umsteigen erinnere an einen Fitnessparcours. Dass eine neue Buslinie eingeführt werde, ohne dass es die nötige Infrastruktur dafür gebe, sollte es im Kanton Luzern nicht geben.

Nach Auskunft der Regierung ist es aus konzessionsrechtlichen Gründen nicht möglich, die Busse an einzelnen Haltestellen vorbeifahren zu lassen. Es sei ohnehin schwierig, ausserhalb eines regulären Fahrplanwechsels weitreichende Änderungen zu realisieren. Auf den nächsten Fahrplanwechsel hin würden weitere Verbesserungen geprüft.

Das Parlament überwies auf Antrag der Regierung das Postulat deswegen nur teilweise, und zwar mit 69 zu 44 Stimmen. Die Minderheit hatte den Vorstoss vollständig überweisen wollen.

(sda)


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