Matthias Michel holt für Zuger FDP die Kohlen aus dem Feuer


Roman Spirig
Regional / 17.11.19 15:12

Die Zuger FDP behält immerhin einen Sitz im Bundesparlament. Nach dem Verlust des Nationalratsmandats hat ihr Kandidat Matthias Michel im zweiten Wahlgang den Ständeratssitz verteidigt. Er distanzierte seinen Hauptgegner Heinz Tännler von der SVP deutlich.

Matthias Michel holt für Zuger FDP die Kohlen aus dem Feuer (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Matthias Michel holt für Zuger FDP die Kohlen aus dem Feuer (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Der 56-jährige alt Regierungsrat Michel holte bei der Stichwahl am Sonntag 17'206 Stimmen und lag damit klar vor Finanzdirektor Tännler. Für den 59-Jährigen legten 13'857 Zugerinnen und Zuger den Wahlzettel in die Urne.

Die 49-jährige Kantonsrätin Tabea Zimmermann, die für die Alternative - die Grünen (ALG) noch einmal angetreten war, machte noch 6949 Stimmen, über 1200 weniger als im ersten Wahlgang. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,5 Prozent, im ersten Wahlgang waren es 52,8 Prozent gewesen.

Damals war Ständerat Peter Hegglin von der CVP bereits im Amt bestätigt worden. Zu vergeben war noch der Sitz von Joachim Eder (FDP), der nach zwei Legislaturen nicht mehr angetreten war.

Wahlsieger Michel war von 2003 bis 2018 Zuger Regierungsrat, zuerst als Vorsteher der Direktion für Bildung und Kultur und zuletzt als Volkswirtschaftsdirektor. Davor sass er sieben Jahre im Kantonsrat. Er wohnt in Oberwil und ist Vater von vier Kindern.

Michel, der im ersten Wahlgang bloss 83 Stimmen vor Tännler gelegen hatte, sorgte mit seinem Wahlsieg dafür, dass das seit 50 Jahren bestehende Zuger Ständeratsticket von CVP und FDP bestehen bleibt. In einer ersten Reaktion auf seinen Sieg sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA denn auch, an einer Nichtwahl hätte seine Partei vier Jahre lang zu nagen gehabt, er hätte sich in ein paar Monaten neu orientiert.

Nach dem ersten Wahlgang habe er sich in acht Gemeinden jeweils drei Stunden in ein Café gesetzt um zu zeigen, dass er auch "nach Menzingen und Oberägeri" komme. Er sei entsprechend erfreut über die Mobilisierung.

Sein deutlicher Sieg sei ein Signal über die Parteigrenzen hinaus für eine konstruktive Konsenspolitik der Mitte. Michel genoss im zweiten Wahlkampf die Unterstützung von CVP und GLP. Mit seinem grünen Lebensstil sei er auch für Öko-Parteien glaubwürdig, sagte er.

Ebenjene Stimmen von CVP und GLP hätten ihm gefehlt, analysierte dagegen Wahlverlierer Tännler das Resultat. Die Konstellation im zweiten Wahlgang sei für ihn nicht einfach gewesen. Dazu komme, dass es sich eben um eine Kopf- und Parteienwahl gehandelt habe. Der SVP-Kandidat hat als OK-Präsident des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug im vergangenen August auch national Bekanntheit erlangt.

Der SVP-Angriff auf einen Zentralschweizer Ständeratssitz misslang mit der Niederlage in Zug zum zweiten Mal nach jenem im Kanton Luzern, wo sich der Kandidat für den zweiten Wahlgang zurückzog. Im Kanton Schwyz muss die Partei am 24. Oktober zudem in der Stichwahl einen Ständeratssitz gegen die CVP verteidigen.

Trotz des Sieges der FDP haben die Liberalen im Wirtschaftskanton Zug nur noch einen Vertreter in Bundesbern, nachdem ihr bei den Nationalratswahlen die ALG den Sitz weggeschnappt hatte, der mit dem Rücktritt von Bruno Pezzatti frei geworden war.

(sda)


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