Rafael Nadal gewinnt seinen 18. Grand-Slam-Titel


Roman Spirig
Sport / 09.06.19 20:10

Rafael Nadal hat zum zwölften Mal das French Open gewonnen. Der 32-jährige Spanier setzte sich im Final gegen den Österreicher Dominic Thiem 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 durch und steht nun bei 18 Major-Titeln.

Rafael Nadal gewinnt seinen 18. Grand-Slam-Titel (Foto: KEYSTONE / EPA / YOAN VALAT)
Rafael Nadal gewinnt seinen 18. Grand-Slam-Titel (Foto: KEYSTONE / EPA / YOAN VALAT)

So nahe ist Nadal dem Grand-Slam-Rekord von Roger Federer noch nie gekommen. Der 33-Jährige liegt nur noch zwei Titel hinter dem fast fünf Jahre älteren Schweizer. Zwei Drittel seiner Majors hat Nadal in Paris gewonnen, wo er seit seiner ersten Teilnahme fast unantastbar ist. Nur Robin Söderling und Novak Djokovic haben ihn in Roland Garros bezwungen. Der Versuch von Thiem, sich in diesen exklusiven Kreis zu spielen, scheiterte am Sonntagnachmittag in etwas mehr als drei Stunden - trotz einer lange Zeit hervorragenden Leistung.

Der 25-Jährige bekundete in seinem zweiten French-Open-Final in Serie keine Startschwierigkeiten. Fast eine Stunde lang lieferte er sich mit Nadal eine Duell von phänomenaler Intensität und voller langer, umstrittener Ballwechsel. Das 6:3, das dank drei gewonnenen Games zum Ende hin, zustande kam, drückt in keiner Weise aus, wie umkämpft der Satz war. Thiem blieb auf Augenhöhe mit Nadal und schaffte im zweiten Satz im zwölften Game das einzige Break. Zuvor war ihm in diesem Umgang als Returnspieler nur ein Punkt gelungen.

Die Antwort von Nadal liess nicht auf sich warten. Als hätte er für einen solchen Fall einen höheren Gang in der Hinterhand behalten, steigerte er das Tempo, setzte Thiem aus allen Lagen unter Druck. Der Herausforderer war einige Minuten lang überfordert und verunsichert, machte Fehler, die er vorher nicht gemacht hatte. Es waren fatale Minuten für Thiem. Er gab 16 der ersten 17 Punkte im dritten Satz ab und lag innert kürzester Zeit entscheidend 0:4 zurück.

Thiem fand nie mehr richtig zurück in die Partie. Auch im vierten Satz geriet er früh 0:3 in Rückstand. Die kurzen Phasen, in denen er aufbegehrte, blieben unbelohnt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Widerstand des Weltranglisten-Vierten länger angehalten hätte, wenn er wie Nadal einen Tag Pause zwischen dem Halbfinal und dem Final gehabt hätte. Dass er in der Lage ist, den Sand-Dominator zu fordern, hat er schon bei verschiedenen Gelegenheit mit vier Siegen auf dieser Unterlage bewiesen. Und auch am Sonntag spielte er zwei Sätze lang grossartig auf.

"Ich werde es nächstes Jahr wieder versuchen", versprach Thiem an der Siegerehrung. Vieles spricht dafür, dass er irgendwann der zweite österreichische Major-Sieger nach Thomas Muster wird. Vorerst muss er aber zumindest in Roland Garros hinter Nadal anstehen, der in Paris der Konkurrenz in den letzten 15 Austragungen nur drei Coupe des Mousquetaires überlassen hat. Seine zwölf French-Open-Siege sind ein Grand-Slam-Rekord. Er übertraf damit die Australierin Margaret Court, die das Australian Open in den Sechziger- und Siebzigerjahren elfmal für sich entschieden hatte. "Es ist unglaublich. Es ist ein Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier 2019 noch so spielen könnte", sagte Nadal.

Es ist bemerkenswert wie souverän er speziell die letzten drei French Open als über 30-Jähriger gewonnen hat: Insgesamt gab er nur drei Sätze ab. In diesem Jahr konnten nur David Goffin und Thiem ihn über vier Umgänge fordern. Den heikelsten Moment des gesamten Turniers erlebte er am Sonntag, als der Österreicher den Satzausgleich bewerkstelligte. Obwohl er im Vorfeld des Turniers keine überragende Sandsaison gespielt hatte, war er in Roland Garros wieder einmal eine Klasse für sich.

(sda)


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