Sabine Live: Stromausfall und Feuer in Uri - Grossbrand in Bauma - Dach abgedeckt in Neuheim 


Roman Spirig
Regional / 10.02.20 17:50

Der Stromunterbruch vom Montagmittag im Kanton Uri und in Teilen der Kantone Schwyz und Zug ist behoben. Grund war der Ausfall der Höchstspannungsleitung von Plattischachen nach Göschenen UR wegen des Sturms. Gesperrt war deswegen temporär auch der Gotthardtunnel.

Ein zu Boden fallender Leiter verursachte einen Kurzschluss, welcher dann einen Brand auslöste, sage Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Elektrizitätswerks Altdorf (EWA), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ob ein Baum die Ursache war oder eine Orkanböe lasse sich noch nicht genau sagen.

Klar ist: Der Kanton Uri war von beiden Seiten vom Stromnetz der Höchstspannungsebene abgeschnitten. Denn Zeitgleich wurden auch beide Höchstspannungsleitungen von Ingenbohl SZ nach Flüelen UR unterbrochen, wie das EWA in einer Medienmitteilung schreibt. Auch dort wütete der Sturm, und es musste mit einem Brand gerechnet werden.

Ab etwa 12 Uhr waren deshalb der Raum Talkessel Schwyz, Muotathal, Ybrig und Arth während rund einer Stunde von einem Stromausfall betroffen, wie die Schwyzer Kantonspolizei mitteilte. Auch in den Zuger Gemeinden Unter- und Oberägeri fiel um die Mittagszeit der Strom aus. Wie die Zuger Polizei mitteilte, dürfte die Ursache auch beim Stromausfall in Uri liegen.

Kurz nach 13 Uhr konnte das EWA mit dem Wiederaufbau des Stromnetzes in Uri beginnen, unterstützt durch die eigenen Kraftwerke. Es müsse aber weiterhin mit Beeinträchtigungen gerechnet werden, da gewisse Leitungen defekt seien und zuerst repariert werden müssen, heisst es weiter. Angesichts des Sturms stelle dies ein schwieriges Unterfangen dar.

Der Stromausfall in Uri führte zu technischen Problemen in mehreren Tunnel in der Zentralschweiz. Sowohl der Gotthard-, der Seelisberg-, sowie der Flüelen- und der Mositunnel mussten gesperrt werden.

Und zwar, weil laut einer Medienmitteilung von Viasuisse wichtige Einrichtungen wie etwa Lampen nicht mehr mit Strom versorgt werden konnten und so die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war.

Bis um 13.30 Uhr konnte der Seelisbergtunnel auf der A2 und der Mositunnel auf der Axenstrasse wieder in beiden Richtungen freigegeben werden. Der Gotthardtunnel blieb noch bis um zirka 14.00 Uhr in Richtung Norden zu, da auf dem Autobahnabschnitt zwischen Göschenen und Amsteg Bäume von der Strasse gehievt werden mussten.

Beim Flüelentunnel, am südlichen Ende der Axenstrasse, gibt es jedoch weiterhin kein Durchkommen: Dieser ist seit Mittag in beiden Richtungen gesperrt. Der Verkehr wird über das Dorf Flüelen umgeleitet.

(sda)


Sabine Live: Stromausfall und Feuer in Uri - Grossbrand in Bauma - Dach abgedeckt in Neuheim  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Sabine Live: Stromausfall und Feuer in Uri - Grossbrand in Bauma - Dach abgedeckt in Neuheim  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
(Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
(Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der Sturm hat in Neuheim das Dach eines Materiallagers weggeweht (Foto: KEYSTONE / ZUGER POLIZEI / )
Der Sturm hat in Neuheim das Dach eines Materiallagers weggeweht (Foto: KEYSTONE / ZUGER POLIZEI / )
Der Sturm hat in Neuheim das Dach eines Materiallagers weggeweht (Foto: KEYSTONE / ZUGER POLIZEI / )
Der Sturm hat in Neuheim das Dach eines Materiallagers weggeweht (Foto: KEYSTONE / ZUGER POLIZEI / )
Kinder spielen im Wind in Amden (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Kinder spielen im Wind in Amden (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Sturm Sabine fegt über den Zürichsee (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Sturm Sabine fegt über den Zürichsee (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Sturm Sabine in Amden (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Sturm Sabine in Amden (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Sturm Sabine zieht über den Alpnachersee (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Sturm Sabine zieht über den Alpnachersee (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Den Redaktionen von Radio Central und Sunshine Radio wurden diverse Videos per WhatsApp zugespielt, welche das brennende Waldstück oberhalb von Gurtnellen bei Strommleitungen zeigen. 



  • Aus dem Radio Live-Programm: Reporter Philipp Lustenberger berichtet aus Gurtnellen (play klicken)


  • Aus dem Radio-Live-Programm: Hörerin Maja aus Intschi im Kanton Uri war am Mittag ohne Strom. Moderatorin Danja Spichtig sprach mit ihr und fragte sie, wann der Strom ausfiel (anzuhören i m Podcast - Play klicken).


  • Aus dem Radio Live-Programm: Das Mythen Center Schwyz war vom Stromausfall ebenfalls betroffen. Wie ist es, wenn im Einkaufs-Center der Saft ausgeht? Reporter Philipp Lustenberger war vor Ort - anzuhören im Podcast (Play klicken). 

Stürmisch geht es auch am Zugersee zu und her, was Sturmjäger fasziniert. Wie es dort heute stürmte, seht ihr hier im Video.


Sturmtief «Sabine» - Erste Bilanz der Zuger Polizei

Das Sturmtief «Sabine» hat auch im Kanton Zug zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Bei der Mehrheit der Meldungen handelte es sich um umgestürzte Bäume sowie abgebrochene Äste. Zudem wurde in Neuheim das Dach eines Materiallagers sowie an der Chamerstrasse in der Stadt Zug eine Hängematte weggeweht. Über verletzte Personen ist bis zur Stunde nichts bekannt. Bilder aus dem Kanton Zug von der Zuger Polizei gibt es hier in der Bildstrecke.



Das Orkantief "Ciara", das in der Schweiz als Sturm "Sabine" wütet, richtete bereits diverse Schäden an. In Montmollin im Bezirk Val-de-Ruz (NE) fielen Bäume auf ein Wohnhaus der Gemeinde. Ein Bewohner wachte beim Sturz gegen 23.30 Uhr auf und wählte den Notruf. Nicht weit davon entfernt ist die Strasse zwischen Rochefort und Corcelles (NE) immer noch gesperrt, da in der Nacht mehrere Bäume umgefallen sind und in diesem Gebiet immer noch eine starke Gefahr besteht. Bilder dazu, gibt es hier im Video. 


Grossbrand in Bauma

In Bauma ZH brannten fünf landwirtschaftliche Gebäude nieder. Das Feuer griff durch den Sturm ausserdem auch noch auf einen Wald über


Sabine im Zeitraffer

Orkantief "Sabine" fegt über die Schweiz hinweg und richtet diverse Schäden an. Hier ein Zeitraffer-Video (Aufnahmedauer: 20 Minuten, 1 Bild pro Sekunde) aus Zofingen AG.


Medienmitteilung Luzerner Polizei - Update

Bis 14:00 Uhr gingen bei der Luzerner Polizei rund 100 Meldungen ein. Zurzeit sind vier Feuerwehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt. In der Zwischenzeit hat sich die Lage beruhigt. Im Verlaufe der Nacht werden jedoch wiederum starke Winde erwartet.
 
Bei der Luzerner Polizei gingen seit heute Morgen 04:30 Uhr bisher rund 100 Meldungen betreffend dem Sturmtief „Sabine“ ein. Dabei handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume. Insgesamt waren 31 Feuerwehren im Einsatz. Derzeit sind noch vier Feuerwehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Zurzeit sind noch vereinzelte Strassen im ganzen Kantonsgebiet gesperrt.
 
Im Verlaufe der Nacht werden weitere Winde erwartet. Die Polizei empfiehlt weiterhin:
• Gehen Sie nicht in den Wald
• Halten Sie Abstand zu beschädigten Gebäuden oder Stromleitungen
• Sichern Sie bewegliche Gegenstände im Freien (z.B. Blumentöpfe, Gartenmöbel, Fahrräder usw).
 
Sollten sich im Verlaufe der Nacht aussergewöhnliche Einsätze ereignen, werden diese am Dienstagmorgen kommuniziert.


Medienmitteilung der Zürcher Kantonspolizei - Update

Der angekündigte Sturm Sabine hat am Montag (10.2.2020) bis am frühen Nachmittag im Kanton Zürich zahlreiche Sachschäden angerichtet. In Bauma und Wald kam es zu zwei grösseren Ereignissen. Bei einem Zwischenfall in Adliswil verletzten sich zwei Personen. Seit dem Morgen sind bei der Kantonspolizei Zürich über 190 den Sturm betreffende Meldungen eingegangen.

Die Kantonspolizei Zürich verzeichnete seit dem frühen Montagmorgen rund 190 Meldungen auf Kantonsgebiet (ohne die Städte Zürich und Winterthur) im Zusammenhang mit dem Sturm Sabine. Durch umgefallene Bäume sowie unbefestigte Gegenstände ist es zu verschiedenen Behinderungen auf Strassen und Schienen im ganzen Kantonsgebiet gekommen. So mussten unter anderem die A51 und die Schaffhauserstrasse durch den Hardwald aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Am Flughafen Zürich wurden mehrere Flüge annulliert und die Fernverkehrszüge von und nach Deutschland mussten eingestellt werden.

Die Polizei wurde unter anderem aufgeboten, weil die starken Windböen Trampoline, Steine und weitere Gegenstände unkontrolliert davon wehten. Die Verkehrspolizei rückte an diverse Verkehrsunfälle aus, bei welchen Fahrzeuge oder Anhänger umkippten oder die Fahrzeuglenkenden aufgrund von Böen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren hatten. Die Seepolizei stand rund 15 Mal betreffend
losgerissener Boote im Einsatz. 

In Adliswil wurden zwei Personen beim Versuch, ein weggeblasenes Festzelt von der Strasse zu nehmen, verletzt. Sie mussten mit Rettungswagen ins Spital gebracht werden. Bei einem Grossbrand in Bauma zerstörte das Feuer mehrere Gebäude. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus (separate Medienmittelung). In Wald kollidierte ein Regionalzug mit einem auf das Geleise gestürzten Baum. Die Lokomotive wurde stark beschädigt. Beim Unfall wurden keine Personen verletzt (separate Medienmittelung).

Gemäss MeteoSchweiz wird für heute Abend eine weitere Sturmfront erwartet. Die gesamte Schadenssumme kann momentan noch nicht beziffert werden.

Die Kantonspolizei Zürich setzte zusätzliche Patouillen ein und konnte an allen Fronten auf eine eingespielte und gute Zusammenarbeit mit den jeweiligen Stützpunk- und Ortsfeuerwehren, Rettungsdiensten. Gemeindeverantwortlichen, dem Kantonsforstingenieur, kommunalen Werk- und Forstbetrieben sowie weiteren Einsatzkräften verschiedenster Organisationen zählen.


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