Schwyzer SP setzt auf Zweierticket für Regierungsratswahl


Roman Spirig
Regional / 10.01.20 23:43

Die SP des Kantons Schwyz tritt gleich mit zwei Personen zur Regierungsratswahl an. Die Partei entschied sich heute Freitagabend entgegen der Empfehlung der Geschäftsleitung für ein Zweierticket, auf dem Elsbeth Anderegg Marty und Michael Fuchs stehen.

Schwyzer SP setzt auf Zweierticket für Regierungsratswahl (Foto: KEYSTONE /  / )
Schwyzer SP setzt auf Zweierticket für Regierungsratswahl
(Foto: KEYSTONE /  / )

Am ausserordentlichen Parteitag in Einsiedeln sprachen sich die Anwesenden mit 23 zu 19 Stimmen für ein Zweierticket aus, wie Parteipräsident Andreas Marty auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die Mehrheit habe sich nicht gegen einen der beiden sich Bewerbenden entscheiden wollen.

So kämpfen sowohl die 56-jährige Kantonsrätin Anderegg Marty aus Altendorf, als auch Fuchs, der 45-jährige ehemalige Bezirksammann von Küssnacht, um den Einzug in die Kantonsregierung. Der Parteipräsident sagte, die beiden würden je ein eigenes Wählersegment ansprechen und dürften sich daher kaum gegenseitig Stimmen wegnehmen.

So habe Fuchs bei den Ständeratswahlen im Herbst im inneren Kantonsteil ein gutes Resultat erzielt und breite Unterstützung genossen. Mit der Buchhändlerin Anderegg Marty, die seit vier Jahren dem Kantonsrat angehört und bereits Präsidentin der SP des Kantons Schwyz war, habe man zudem eine Frauenkandidatur.

Gleichzeitig gehe die SP mit zwei Kandidierenden gegen die vielen leeren Linien auf den Listen vor, die dazu verlocken könnten, den politischen Gegnern zu Stimmen zu verhelfen. Die sieben Sitze dürften im ersten Wahlgang vergeben werden.

Die SP hatte 2012 nach 68 Jahren ihren Sitz in der Schwyzer Exekutive verloren. Die Regierung besteht heute aus drei Mitgliedern der SVP, zwei der CVP und zwei der FDP.

Auf die neue Legislatur hin werden zwei Sitze frei, derjenige von Othmar Reichmuth (CVP) und jener von René Bünter (SVP). André Rüegsegger und Andreas Barraud (beide SVP), Michael Stähli (CVP) sowie Kaspar Michel und Petra Steimen-Rickenbacher (beide FDP) treten erneut an.

Die SVP nominierte zudem Kantonsrat Herbert Huwiler aus Freienbach für die Wahlen, die CVP schickt neu den Schwyzer Kantonsrat Sandro Patierno-Brücker ins Rennen. Auch die Grünliberalen erheben Anspruch auf einen Sitz, sie nominierten den 57-jährigen Kantonsrat Michael Spirig aus Schübelbach, wie die Partei am Donnerstag bekannt gab. Der Unternehmer im Energiebereich ist Gründungsmitglied der Schwyzer GLP.

Für Unmut auf Seiten von SP und CVP hatte jüngst die Ankündigung gesorgt, wonach FDP und SVP eine Allianz eingehen. Die Parteien setzen ihre Regierungsratskandidierenden gegenseitig auf die Listen, um die fünf bürgerlichen Regierungssitze zu verteidigen. Das hatten sie bereits vor vier Jahren getan.

SP und CVP sprachen von einer "Päckli-Politik", die einzig dem Machterhalt diene und die Wahl zur Farce verkommen lasse. Bei den Ständeratswahlen im vergangenen Herbst hatte die SP neben ihrem eigenen Kandidaten auch CVP-Kandidat Reichmuth unterstützt.

(sda)


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