Sion - Xamax: Xamax zeigt auch gegen Sion Nerven


Roman Spirig
Sport / 15.05.19 23:43

Erneut zeigte Neuchâtel Xamax in einem wichtigen Spiel Nerven. Bei der 0:1-Niederlage in Sion kassierten die Neuenburger den entscheidenden Treffer in der 93. Minute. Nun wird es wohl doch die Barrage.

Sion - Xamax: Xamax zeigt auch gegen Sion Nerven (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Sion - Xamax: Xamax zeigt auch gegen Sion Nerven (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Am Samstag hatten die Neuenburger gegen den FC Zürich in der Schlussphase eine 1:0-Führung aus den Händen gegeben. Vier Tage später muss das Team von Trainer Stéphane Henchoz eine noch bitterere Pille schlucken: Statt mit einem torlosen Remis den Abstand zu Sion und dem 8. Platz auf einen Punkt zu beschränken, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer zwei Runden vor Schluss vier Zähler. In der 93. Minute profitierte Sions 19-jähriger Mittelfeldspieler Bastien Toma von der gütigen Mithilfe der Neuenburger Verteidigung und avancierte so unverhofft zum Matchwinner.

Xamax liess sich in der letzten Minute eines Spiels, das keinen Sieger verdient gehabt hätte, von einem schnellen Konter des Heimteams überraschen. "Ja, es war vielleicht naiv. Das kann man so sagen", sagte Xamax' Janick Kamber, der vor Tomas Treffer an der rechten Seitenlinie den entscheidenden Zweikampf gegen Jared Khasa verloren hatte.

Nicht nur die Niederlage gegen Sion dürfte den Neuenburgern schwer aufliegen, auch die Art und Weise, wie die Partie im Tourbillon verlaufen war, gibt im Hinblick auf das drohende Szenario "Barrage" wenig Zuversicht. Nimmt man die Leistung in Sitten als Referenzwert, muss Xamax die potentiellen Barrage-Gegner Aarau oder Lausanne fürchten. Sion, das keineswegs besser unterwegs scheint als Xamax, dürfte den Kopf nochmals aus der Schlinge gezogen zu haben.

Präsident Christian Constantin hatte dem Heimteam mit einer speziellen Aktion die Angst vor dem existenziellen Duell gegen Xamax nehmen wollen. Er besuchte mit seinen Spielern eine Hängebrücke in der Walliser Gemeinde Saillon. Der Plan des 62-Jährigen ging nicht auf. Denn auch Sion konnte weder seine Angst noch seine Schwäche im Angriff verbergen. Der Sieg und damit die vermeintliche Rettung kam mehr als glückhaft zustande.

Hatte das Heimteam aufgrund der für Xamax charakteristischen Spielweise - massiert in der Abwehr und auf Konter lauernd - die grösseren Spielanteile, musste es den Gästen die besseren Möglichkeiten attestieren. In der 27. Minute scheiterte etwa Kemal Ademi alleine vor Kevin Fickentscher, nach rund einer Stunde ebendieser an der Latte. Sion baute nach ansprechendem Start, der in einem Pfostenschuss von Yassin Fortune (12.) gipfelte, mit Fortdauer der Partie immer mehr ab.

(sda)


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