Softwareriese SAP senkt wegen Coronavirus-Pandemie Ausblick


News Redaktion
Wirtschaft / 09.04.20 09:30

Der Softwareriese SAP kappt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Prognose für das laufende Jahr.

Softwareriese SAP senkt wegen Coronavirus-Pandemie Ausblick. (Archiv) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)
Softwareriese SAP senkt wegen Coronavirus-Pandemie Ausblick. (Archiv) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)

Weil das Neugeschäft seit dem weltweiten Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit nahezu zum Erliegen gekommen ist, rechnet das Walldorfer Unternehmen im schlechtesten Fall sogar mit einem leichten Ergebnisrückgang.

SAP-Finanzchef Luka Mucic kündigte ein noch umsichtigeres Kostenmanagement an. An dem Wachstumsziel für 2023 hält Europas wertvollster Softwarekonzern fest.

In der Nacht zu Donnerstag teilte SAP mit, 2020 nur noch mit währungsbereinigten Erlösen zwischen 27,8 Milliarden Euro und 28,5 (Vorjahr: 27,6) Milliarden Euro zu rechnen. Zuvor hatte der Konzern 29,2 Milliarden bis 29,7 Milliarden Euro angepeilt. Das Betriebsergebnis soll im laufenden Jahr in einer Spanne zwischen 8,1 Milliarden Euro und 8,7 (Vorjahr: 8,2) Milliarden Euro liegen. Hier hatte SAP zuvor 8,9 Milliarden Euro bis 9,3 Milliarden Euro anvisiert. Alles in allem sieht das besser aus als befürchtet, sagte ein Händler. Im Frühhandel lagen die SAP-Aktien 0,6 Prozent im Plus.

Die Analysten von der Baader Helvea Bank schrieben, der Ausblick spiegele die verhältnismässige Stabilität von grossen Softwareunternehmen wider, die von ihren wiederkehrenden Einnahmen profitierten. Wie die US-Konkurrenten Salesforce, Workday oder Oracle setzt SAP immer mehr auf den Verkauf von flexibleren Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig. Dadurch schlagen Konjunktureinbrüche weniger stark ein.

Ende des ersten Quartals bekam das weltweit tätige Unternehmen die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Vor allem das traditionelle Geschäft mit Softwarelizenzen brach dann ein. Dank eines Zuwachses bei den Erlösen mit Cloud-Programmen reichte es währungsbereinigt noch zu einem Umsatzplus in den ersten drei Monaten von fünf Prozent auf 6,52 Milliarden Euro. Die Geschäftstätigkeit in den ersten beiden Monaten sei noch solide gewesen, hiess es.

Das Betriebsergebnis fiel um ein Prozent auf 1,48 Milliarden Euro, während die am Aktienmarkt viel beachtete Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 22,6 Prozent nachgab. Um die Kosten im Griff zu haben, will SAP nun weniger neue Mitarbeiter einstellen und auf Geschäftsreisen verzichten. Mucic erklärte, SAP werde wie bereits bei vergangenen Konjunktureinbrüchen gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich das Marktumfeld ab Sommer allmählich wieder verbessert. Für die beiden Konzernchefs Jennifer Morgan und Christian Klein, die den langjährigen Vorstandschef Bill McDermott im Oktober ablösten, wird es die erste Bewährungsprobe.

(sda)

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zürcher in Feierlaune: 40 Polizeieinsätze und 100 Lärmklagen
Schweiz

Zürcher in Feierlaune: 40 Polizeieinsätze und 100 Lärmklagen

Die Zürcherinnen und Zürcher haben sich angesichts des warmen Wetters an Auffahrt oft nicht an die Corona-Regeln gehalten: Die Stadtpolizei musste zwischen Mittwochabend und Freitagmorgen ganze 40 Mal ausrücken, um Menschenansammlungen aufzulösen und Plätze und Wiesen zu sperren.

Motorradfahrer fällt auf dem Klausen in einen Bach
Regional

Motorradfahrer fällt auf dem Klausen in einen Bach

Im Kanton Uri haben sich am Donnerstagnachmittag innerhalb von 50 Minuten drei Verkehrsunfälle ereignet. Zwei Motorradfahrer und ein Velofahrer wurden dabei erheblich verletzt. Zwei der Unfälle passierten auf der Klausenpassstrasse.

Lauberhorn-Chef Näpflin erfreut über Vorstoss von Swiss-Ski
Sport

Lauberhorn-Chef Näpflin erfreut über Vorstoss von Swiss-Ski

Urs Näpflin, der OK-Chef der Lauberhornrennen, reagiert erfreut auf den jüngsten Vorstoss von Swiss-Ski im Streit um die Finanzierung der Lauberhornrennen. Er zeigt sich kompromissbereit.

Bundespräsidentin Sommaruga eröffnet 42. Solothurner Literaturtage
Schweiz

Bundespräsidentin Sommaruga eröffnet 42. Solothurner Literaturtage

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat am Freitag offiziell die 42. Solothurner Literaturtage eröffnet. Allerdings fand die Eröffnung, wie die Werkschau für schweizerisches Literaturschaffen insgesamt, im Ausnahmemodus statt.