St. Galler Schülerinnen und Schüler schweizweit im Mittelfeld


Roman Spirig
Sport / 24.05.19 11:14

Die St. Galler Volksschülerinnen und -schüler gehören bei den Grundkompetenzen in Sprache und Mathematik schweizweit zum Mittelfeld. Dies zeigt eine Erhebung im Auftrag der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

St. Galler Schülerinnen und Schüler schweizweit im Mittelfeld (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
St. Galler Schülerinnen und Schüler schweizweit im Mittelfeld (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Getestet wurden im Kanton St. Gallen die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch, wie das kantonale Bildungsdepartement am Freitag mitteilte. Die Erhebungen fanden in den Jahren 2016 und 2017 bei Schülerinnen und Schülern des achten und des elften Schuljahrs statt.

Diese erreichten mehrheitlich die Grundkompetenzen, schreibt der Kanton. "Sie gehören damit im schweizweiten Vergleich zum sehr grossen Mittelfeld, innerhalb dessen keine signifikanten Unterschiede auszumachen sind." St. Gallen leiste so seinen Beitrag zur Harmonisierung der Bildungsziele.

Die seit zehn Jahren im Lehrplan verankerte Mehrsprachendidaktik mit Englisch ab der dritten und Französisch ab der fünften Klasse wirkt sich laut dem Bildungsdepartement nicht negativ auf die Erreichung der Grundkompetenzen aus. So schnitten die St. Galler Schülerinnen und Schüler beim Hörverstehen gut ab.

Dies lasse vermuten, dass das im Lehrplan festgelegte Prinzip "Mündlichkeit vor Schriftlichkeit" von den Schülerinnen und Schülern gut umgesetzt werden könne. Keine Hinweise ergab die Erhebung auf die - zum Teil umstrittene - Methode "Schreiben nach Gehör", bei der Orthografiefehler nicht von Anfang an korrigiert werden.

Während Sekundarschülerinnen und -schüler die Grundkompetenzen zu 86 Prozent erreichten, schnitten die Realschülerinnen und -schüler deutlich schlechter ab; sie erreichten die Grundkompetenzen nur zu 34 Prozent. Diese Unterschiede zwischen den leistungsabhängigen Schultypen seien zu erwarten gewesen, heisst es.

Untersucht wurde auch, welchen Einfluss Geschlecht, soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache und Migrationshintergrund auf die Leistungen der Schüler haben. Dabei kam heraus, dass einzig die soziale Herkunft zu Unterschieden führt, in der Mathematik etwas stärker als bei den Sprachen.

Für den Kanton St. Gallen dienen die Ergebnisse als Standortbestimmung. Sie werden nun im Bildungsdepartement analysiert. Die nächste schweizweite Erhebung ist für die Jahre 2020 und 2022 geplant. In St. Gallen sollen dann erneut die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch getestet werden.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

29-Jähriger baut in Ruswil Unfall unter Drogen und ohne Ausweis
Regional

29-Jähriger baut in Ruswil Unfall unter Drogen und ohne Ausweis

Ein 29-jähriger Autofahrer ist am Mittwochnachmittag in Ruswil beim Linksabbiegen in ein anderes Auto gefahren. Verletzt wurde niemand, es stellte sich aber heraus, dass der Lenker unter Drogen stand und ohne gültigen Führerausweis unterwegs war.

Zahl der Grossunternehmen in Luzern wächst stärker als jene der KMU
Regional

Zahl der Grossunternehmen in Luzern wächst stärker als jene der KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bieten rund 70 Prozent aller Beschäftigten im Kanton Luzern eine Stelle. Sie machen 98,8 Prozent der Unternehmen im Kanton aus. Die Zahl der KMU wuchs 2017 allerdings weniger stark, als jene der Grossunternehmen.

Hochwasser in Venedig: Hoteliers klagen über enorme Schäden
International

Hochwasser in Venedig: Hoteliers klagen über enorme Schäden

Nach dem verheerenden Hochwasser in Venedig stornieren auch Touristen ihre Reisen in die Lagunenstadt. Es habe viele Absagen gegeben, sagte Laura Ferretto vom Hotelverband Federalberghi Veneto der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag.

Notstand für Venedig beschlossen - Ärger um unfertigen Flutschutz
International

Notstand für Venedig beschlossen - Ärger um unfertigen Flutschutz

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Venedig hat die italienische Regierung am Donnerstag den Notstand für die Lagunenstadt beschlossen. Dies teilte der Ministerrat nach einer Sitzung am Donnerstag mit. Damit werden 20 Millionen Euro an Soforthilfen freigegeben.