Stadt Luzern will das Untervermieten von Parkplätzen verbieten


Roman Spirig
Regional / 28.05.19 10:29

Der Luzerner Stadtrat will die Parkplatzsituation in der Innenstadt optimieren. Ein Dorn im Auge sind ihm dabei private Parkplätze, die etwa an Pendler vermietet werden. Ziel sind mehr Kurzzeitparkplätze fürs Gewerbe.

Stadt Luzern will das Untervermieten von Parkplätzen verbieten (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Stadt Luzern will das Untervermieten von Parkplätzen verbieten (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Die Stadt Luzern vergibt rund 2200 Parkkarten für Anwohner, die ihr Auto damit auf öffentlichen Strassenparkplätzen abstellen können. Weil eine Studie aber zeigt, dass es in der Innenstadt genügend private Parkplätze gibt, will der Stadtrat die Regeln verschärfen, wie er am Dienstag vor den Medien ausführte.

Er will die Strassenparkplätze für Anwohnerparkkarten reduzieren. Oft würden nämlich Privatparkplätze an Pendler vermietet, was nicht der Zweck der Sache sei, sagte Mobilitätsdirektor Adrian Borgula. Wie häufig das passiere, dazu habe die Stadt zwar keine Zahlen. Auch sei es nicht einfach, dies zu eruieren.

Um aber solche Pendlerparkplätze zu eliminieren, wolle man den Bezug der Anwohnerparkkarte an die Bedingung knüpfen, dass kein privater Parkplatz in der Liegenschaft verfügbar sei. Dies müsste etwa ein Vermieter schriftlich bestätigen, was die Hürde erhöhe. Die betroffenen Pendler müssten sich anders arrangieren, sagte Borgula. Die Stadt Biel sei diesen Weg bereits erfolgreich gegangen.

Überhaupt will Luzern mit der Neugestaltung des Parkierungssystems, das bis im Juli in Expertenworkshops entwickelt wird, jene Automobilisten, die länger Parkieren, ins Parkhaus schicken. Es sei nämlich dort an allen Wochentagen genügend Platz vorhanden. Strassenparkplätze sollen daher tendenziell teurer werden.

Im Gegenzug sollen mehr Kurzzeitparkplätze für Kunden des Gewerbes für 30 bis 60 Minuten entstehen. Anpassen will die Stadtregierung auch die Zoneneinteilung im Parkplatzreglement aus dem Jahre 1986. Dieses legt Minimal- und Maximalzahlen für den privaten Parkplatzbau fest. Je nach Erreichbarkeit des ÖV in den betroffenen Zonen sollen die Maximalwerte reduziert werden.

Denn trotz der angestrebten Verdichtung zentral gelegener Areale in der Stadt darf es nicht zu mehr Strassenverkehr kommen. Entsprechend stellt sich der Stadtrat gegen eine Art Airbnb für private Parkplätze, also eine App, über die Parkplätze stunden- oder tagelang vermietet werden. Gegenüber einer dauerhaften öffentlichen Nutzung von privaten Parkplätzen per App sei man aber offen.

Die Stadt Luzern verfügt über rund 15'000 öffentlich zugängliche Parkplätze. Die Massnahmen sollen im Frühling oder Sommer 2020 im Stadtparlament diskutiert werden.

(sda)


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