Tausende fordern in Zürich Lohngleichheit für Frauen


Roman Spirig
Regional / 01.05.19 14:59

In der Stadt Zürich haben heute16'000 Personen am 1.-Mai-Demonstrationsumzug teilgenommen und sich für Lohngleichheit und Gleichstellung engagiert. "Mehr zum Leben und mehr Gleichstellung" forderte SP-Nationalrätin Barbara Gysi an der Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz.

An der Spitze schritten traditionsgemäss die Mitglieder des organisierenden Gewerkschaftsbundes, der den diesjährigen Tag der Arbeit mit der Parole "#Frauenstreik2019" beging und damit den Tag in den Dienst der Mobilisierung zum landesweiten Frauenstreik am 14. Juni stellte. Neben Rot war deshalb auch die Farbe Violett sehr dominant. Auch die Klimadebatte schwappte auf die 1.-Mai-Kundgebung über. So wurde auf einem Transparent beispielsweise die Flugticketabgabe gefordert.

Am Umzug schritten auch zahlreiche, zum Teil vermummte Personen aus dem linksautonomen Umfeld mit. Sie zündeten Rauchpetarden und warfen Farbbeutel unter anderem gegen eine Bank-Filiale. Grundsätzlich zieht die Stadtpolizei jedoch eine positive Bilanz. Neben einzelnen Sachbeschädigungen entlang der Umzugsroute wurde auch ein Streifenwagen der Stadtpolizei beschädigt - und zwar von einer als Clown verkleideten Demonstrationsteilnehmenden. Diese wurde am Limmatquai festgenommen.

An der offiziellen Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz forderte Nationalrätin Barbara Gysi "mehr zum Leben und mehr Gleichstellung". Damit den Menschen mehr zum Leben bleibe, müssten die Löhne rauf und die Belastungen - etwa durch Krankenkassenprämien - runter, sagte Gysi.

Wie die Präsidentin des Personalverbandes des Bundes weiter sagte, "ist die ökonomische Ungleichbehandlung der Frauen stossend". Die Löhne in den typischen Frauenberufen müssten erhöht und die oftmals prekären Arbeitsbedingungen verbessert werden. Auch Care-Arbeit müsse sichtbar gemacht und endlich abgegolten werden. Zudem dürfe das Rentenalter der Frauen nicht erhöht werden.

Wer behaupte, das alles sei nicht finanzierbar, lüge. "Unsere Forderungen sind finanzierbar: Die Banken, die Pharmariesen und die Versicherungen schütten Milliarden an ihre Aktionäre aus und zahlen ihren Chefs unverschämte Abzockerlöhne", sagte Gysi. Diese Gewinne würden durch unsere Löhne, unsere Krankenkassenprämien und unsere Steuergelder finanziert. Diese Gewinne müssten jedoch allen zu Gute kommen. Es sei eine Frage des politischen Willens, dies zu ändern.

(sda)

Tausende fordern in Zürich Lohngleichheit für Frauen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Tausende fordern in Zürich Lohngleichheit für Frauen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Trump unterzeichnet Verfügung zur Reglementierung von Twitter
International

Trump unterzeichnet Verfügung zur Reglementierung von Twitter

US-Präsident Donald Trump wirft Online-Netzwerken wie Twitter Zensur vor und will die Plattformen mit einer neuen Verordnung stärker reglementieren. Trump unterzeichnete die Verfügung am Donnerstag im Weissen Haus.

Zürcher Bildungsdirektorin kritisiert Vorgaben für Schulen
Regional

Zürcher Bildungsdirektorin kritisiert Vorgaben für Schulen

Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) kritisiert die Vorgaben des Bundes für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes an den Gymnasien und Berufsfachschulen.

Forscher weisen irdische Bedingungen auf Exo-Planeten nach
Schweiz

Forscher weisen irdische Bedingungen auf Exo-Planeten nach

Der nächstgelegene Stern im Sonnensystem, Proxima Centauri, wird von einem erdähnlichen Planeten begleitet. Nun entdeckten Forscher dort sogar geeignete Bedingungen für Wasser in flüssiger Form, wie die Universität Genf (UNIGE) am Donnerstag mitteilte.

Tempelberg in Jerusalem wieder geöffnet - Mehrere Schulen zu
International

Tempelberg in Jerusalem wieder geöffnet - Mehrere Schulen zu

Im Zuge der Corona-Lockerungen ist der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) in Jerusalems Altstadt am Sonntag wieder geöffnet worden. Hunderte von gläubigen Muslimen besuchten die heilige Stätte nach Medienberichten.