Universitätsspital Zürich richtet Notklinik in Turnhallen ein


News Redaktion
Schweiz / 07.04.20 12:46

Das Universitätsspital Zürich (USZ) hat in zwei Turnhallen der Kantonsschule Rämibühl ein Notspital für Covid-19-Patienten eingerichtet. Es soll in Betrieb genommen werden, wenn eine Ansteckungswelle andere Spitäler und Rehakliniken auslasten sollte.

Notspital in der Turnhalle: Das Universitätsspital hat zusätzliche Plätze für Covid-19-Patienten eingerichtet. (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
Notspital in der Turnhalle: Das Universitätsspital hat zusätzliche Plätze für Covid-19-Patienten eingerichtet. (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Das Notspital verfügt über 60 Betten, wie Unispital-Chef Gregor Zünd am Dienstag in Zürich vor den Medien ausführte. Es ist für Covid-Patienten gedacht, die das Schlimmste überstanden haben und aus dem Unispital entlassen werden, aber weiter medizinische Pflege benötigen. Auch wenn Patienten die Intensivstation verlassen können, sind sie noch nicht gesund.

Diese Patienten werden zur Zeit in andere Spitäler überwiesen oder in eine Rehaklinik. Wenn diese Spitäler und Rehakliniken voll sein sollten, werden wir das Notspital in Betrieb nehmen, erklärte Zünd. Wir wissen nicht, ob eine grosse Welle nicht doch noch kommt.

Geführt würde die Notklinik vom Institut für Hausarztmedizin. Bereits hätten sich knapp 50 Hausärztinnen und Hausärzte bereit erklärt, in der Klinik mitzuarbeiten.

Zur Zeit ist eine Inbetriebnahme der Turnhallen-Klinik nicht nötig. Die Kapazitäten des Gesundheitsinfrastruktur sind nicht ausgeschöpft. Auch auf der Corona-Intensivstation des USZ sind noch Betten frei. 28 Plätze stehen dort zur Verfügung, 18 sind derzeit belegt, 15 Personen werden beatmet. Weitere 14 Covid-19-Patienten werden auf einer normalen Station betreut.

Wir haben Reserven, aber es ist sicher noch nicht vorbei, betonte Spitalchef Zünd. Das Maximum an Intensivpatienten wird gemäss Berechnungen des Spitals erst Mitte Mai erwartet.

Neue Zahlen lieferte das Spital zur generellen Verbreitung des Virus unter stationären Patienten. Seit dem 1. April werden alle neuen stationären Patienten auf eine Corona-Infektion getestet und nicht nur solche mit Symptomen.

Demnach wurden seit Anfang Monat 276 Patienten getestet, 11 von ihnen positiv, was 4 Prozent entspricht. Bis auf einen zeigten alle positiv getesteten Patienten bei der Einlieferung die typischen Covid-19-Symptome.

Umgekehrt wurde aber nur bei einem kleinen Teil der neuen Patienten mit diesen Symptomen eine Infektion nachgewiesen: Von den 65 sogenannt symptotischen Neueingängen war das bei 10 der Fall. Bei den asymptotischen 211 Patienten wurde die Infektion nur einmal bestätigt.

Auch vor der Klinik für Geburtshilfe macht das Virus nicht halt. Allerdings sind die Fallzahlen mit sieben positiv getesteten Schwangeren dort noch zu klein, um daraus verlässliche Aussagen ableiten zu können.

Bereits klar ist laut Klinikleiterin Nicole Ochsenbein aber, dass für Schwangere kein erhöhtes Risiko gegenüber der Normalbevölkerung besteht. Eine der sieben Frauen bekam eine Lungenentzündung und musste beobachtet werden, vier sind bereits wieder gesund, zwei hatten keine Symptome. Auch eine Tendenz zu Frühgeburten, wie sie aus China gemeldet wurde, wurde am USZ bisher nicht beobachtet.

Von den sieben Frauen haben zwei bereits geboren. Beide Kinder sind gesund und negativ getestet.

(sda)

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