Urknall läutet die Fasnachtszeit im Lande ein


Roman Spirig
Regional / 20.02.20 18:19

Mit einem Knall im Dunkeln hat heute am Schmudo pünktlich um 5 Uhr in Luzern die Fasnacht ihren Anfang genommen. Zum farbenfrohen Volksfest versammelten sich tausende Maskierte und Musikanten beim Seebecken. Die Polizei schätzt, dass 13000 am Morgen zugegen waren, 2000 weniger als letztes Jahr. Am Fritschi-Umzug waren 30000 dabei, 8000 weniger als im Vorjahr.

Urknall läutet die Fasnachtszeit im Lande ein (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Urknall läutet die Fasnachtszeit im Lande ein (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
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Eigentlich sollten die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler ja die Wintergeister vertreiben. Offenbar aber waren diese vom letzten Jahr, als die Temperaturen am Schmutzigen Donnerstagnachmittag gegen 16 Grad stiegen, ziemlich geprägt: Es herrschte strahlender Sonnenschein, und die Temperaturen lagen bei etwa über 10 Grad. Ein Kafi-Schnaps lag alleweil noch drin.

Die Polizei hatte vor allem in den frühen Morgenstunden einiges zu tun. Unter anderem fiel eine Person fiel in die Reuss. Der Rettungsdienst habe die Person, die beim Rathaussteg auf der Altstadtseite ins Wasser gefallen sei, bergen können, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Person musste nicht hospitalisiert werden.

Auch sonst hätten die Rettungskräfte in den ersten beiden Stunden seit dem Urknall um 5 Uhr mit rund einem halben Dutzend Einsätzen etwas mehr Arbeit gehabt als in anderen Jahren. Auffallend seien viele Jugendliche mit übermässigem Alkoholkonsum gewesen. Allenfalls dürfte das warme Wetter dazu geführt haben.

Die Polizei habe zudem einige Schlagstöcke und Masken sichergestellt, sagte der Polizeisprecher. Letzteres hätten die Einsatzkräfte zur Gefahrenabwehr getan, wenn etwa der Verdacht bestand, dass eine Maskierung zur Tarnung bei Taschendiebstählen missbraucht werden könnte.

Am Nachmittag folgte dann der Fritschi-Umzug. Geschätzte 30000 Personen säumten die Route. Das sind 8000 Fasnächtler weniger als im Vorjahr, wie die Luzerner Polizei mitteilte.

Angeführt wurde der Umzug vom Wagen der Zunft zu Safran. Ihm folgten die Luzerner Zünfte, Fasnachtsgesellschaften und zahlreiche Guggenmusigen. Beim Kapellplatz umrundete der Wagen dreimal den Fritschibrunnen, das sagenumworbene Grab von Fasnachts-Oberhaupt Bruder Fritschi. Danach führte der über zweistündige Umzug über die Seebrücke und endete in der Neustadt.

Wie es sich für einen Fasnachtsumzug gehört: Die 40 Nummern des waren farbenprächtig und fröhlich. Aber es gab auch düstere und gruselige Grinde, Gnomen und Gäuggel sowie wilde Nummern, die sich unter die offiziellen Nummern schmuggelten.

Zu sehen waren unter anderem ein Alpufzog von d Fasnachtsgruppe Original-Krienser-Maske, die mit Kind und Vieh auf die Alp ziehen - i de Stadt häds rüüdig vöu Tourischte. Die Guggenmusig Pegasus machte den Schwingermuni zum Thema und die Wagenbauergruppe Conversio aus Luzern zog einen Chilbiplatz durch die Strassen. Sesch scho weder Mäss zLozärn, lautet ihr Motto.

Kurz nach 17 Uhr fegten bereits die Strassenputzmaschinen durch die Strassen. Zu Ende war zwar der Umzug. Nicht aber das wilde Treiben in der Luzerner Altstadt.

Eine Neuerung und eine Ergänzung zur prominenten Strassenfasnacht steht in Luzern am Freitag auf dem Programm. Mit der Värsli-Brönzlete wollen die Initianten die Beizenfasnacht reaktivieren. Zehn Gruppen treten in acht Restaurants auf und werfen mit ihren Sprüchen einen satirischen Blick auf das Zeitgeschehen. Die rund 700 Plätze waren im Nu ausverkauft.

Am Güdismontag folgen die Tagwache der Wey-Zunft sowie der Wey-Umzug. Der Monstercorso bildet den Abschluss am Dienstagabend. Im Kanton Luzern gibt es bis dann rund 100 Fasnachtsveranstaltungen.

Doch Luzern ist nicht der einzige Hort der Narren: Auch in Solothurn starteten in den frühen Morgenstunden mit der traditionellen Chesslete die närrischen Tage. Tausende in weisse Nachthemden gekleidete Narren mit weissen Zipfelmützen auf dem Kopf und roten Halstüchern rissen die Stadt mit viel Lärm aus dem Schlaf.

Auf Kommando um fünf Uhr nahmen mehrere tausend Fasnächtler ihre Glocken, Rätschen und Hörner in Betrieb und zogen lärmend durch die Solothurner Altstadt und Vorstadt. Das Motto der Chesslete lautet in diesem Jahr Jo säg ou.

Die Stadt Solothurn nennt sich während der fünften Jahreszeit kurzerhand Honolulu. Der seit dem Jahr 1888 bekannte Brauch der Chesslete soll den Winter vertreiben - und für viel gute Laune sorgen.

Weiter wird am Schmutzigen Donnerstag auch in anderen Zentralschweizer Kantonen, im Aargau, in St. Gallen, Teilen des Tessins sowie im Wallis der Start in die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert. Bis am Aschenmittwoch ist es in den Stammlanden der Fasnacht mit der winterlichen Ruhe vorbei.

(sda)


DAS LUZERNER FASNACHTSPROGRAMM

DO 20. Februar 2020 (SchmuDo)

   
Tagwach 05.00 Uhr  
Zögli 11.30 Uhr Kult-Ur-Fasnächtler
Luzerner Umzug 13.45 Uhr LFK
Buobenmattbeiz 15.00 – 24.00 Uhr LFK
Zögli 18.30 Uhr Kult-Ur-Fasnächtler
Guuggerbühnen 15.30 – 01.00 Uhr Die Vereinigte
     
MO 24. Februar 2020 (Güdis-MO)    
Tagwach 06.00 Uhr  
Luzerner Umzug 13.45 Uhr LFK
Buobenmattbeiz 15.00 – 24.00 Uhr LFK
Zögli 18.30 Uhr Kult-Ur-Fasnächtler
Guuggerbühnen 15.30 – 01.00 Uhr Die Vereinigte
     
DI 25. Februar 2020 (Güdis-DI)    
Chendermonschter 14.30 Uhr Die Vereinigte
Buobenmattbeiz 15.00 – 23.00 Uhr LFK
Monstercorso 19.30 Uhr Die Vereinigte
Guuggerbühnen 15.30 – 01.00 Uhr Die Vereinigte
     
FR 28. Februar    
Guuggerbaum fällen 19.00 Uhr Die Vereinigte

(Radio Central berichtet aus diversen Kantonen und Städten von der Fasnacht - um das Liveprogramm zu hören - unten auf Play klicken, um das Radioprogramm zu starten)


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