Urner Regierung kommt Kirchen und Unternehmen entgegen


Roman Spirig
Regional / 29.03.19 16:21

Der Urner Regierungsrat will die steuerliche Belastung für Unternehmen deutlich senken, aber ein bisschen weniger stark als ursprünglich geplant, dies vor allem aus Rücksicht auf die Kirchgemeinden. Bei der Teilbesteuerung der Dividenden kommt er den Forderungen der Wirtschaft etwas entgegen.

Urner Regierung kommt Kirchen und Unternehmen entgegen (Foto: Screenshot Homepage Kanton Uri ur.ch)
Urner Regierung kommt Kirchen und Unternehmen entgegen (Foto: Screenshot Homepage Kanton Uri ur.ch)

Der Regierungsrat hat seinen Bericht und Antrag zur Steuervorlage 2019 zuhanden des Landrats überwiesen. Die Vorlage setzt die AHV-Steuervorlage des Bundes um, über die in der Schweiz im Mai abgestimmt wird.

Die Steuervorlage des Bundes schafft die steuerlichen Privilegien für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften ab. Er wolle diese Unternehmen im Kanton behalten, teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Zudem solle sich der Kanton im nationalen und internationalen Steuerwettbewerb behaupten können.

Um diese fiskalpolitischen Ziele zu erreichen, will der Regierungsrat den Gewinnsteuersatz für Unternehmen deutlich senken. Heute liegt der Satz bei 9,4 Prozent, neu soll er noch 6,2 Prozent betragen. In der Vernehmlassungsvorlage hatte er sogar 6,0 Prozent vorgeschlagen. Mit dieser weniger starken Senkung kommt der Regierungsrat nach eigenen Angaben vor allem den Kirchgemeinden entgegen.

Für Unternehmen im Hauptort Altdorf wird die Gesamtsteuerbelastung, also kumuliert die von Bund, Kanton und Gemeinde, neu bei 12,6 Prozent liegen, statt wie heute bei 14,9 Prozent. Dies sei ein wettbewerbsfähiges Niveau, schreibt der Regierungsrat.

Weitere steuerliche Massnahmen zugunsten der Unternehmen will der Regierungsrat nicht oder nur minimal einsetzen. Er wolle einfache Steuerbedingungen, teilte er mit, und sich auf einen attraktiven Gewinnsteuersatz fokussieren.

So soll es in Uri keine zusätzlichen Forschungs- und Entwicklungsabzüge geben. Die Patentbox, die aufgrund des Bundesrechts eingeführt werden muss, soll mit einer maximalen Entlastung von 30 Prozent nur zurückhaltend umgesetzt werden.

Wie beim Gewinnsteuersatz, ging der Regierungsrat auch bei der Teilbesteuerung der Dividenden auf Forderungen aus der Vernehmlassung ein. Die Teilbesteuerung soll deswegen nicht auf 70 Prozent, sondern nur auf 60 Prozent erhöht werden.

Der Urner Wirtschaftsverband hatte 50 Prozent verlangt, heute beträgt die Teilbesteuerung nur 40 Prozent. Die Erhöhung der Dividendenbesteuerung sei eine Kompensation zur Gewinnsteuersenkung, teilte der Regierungsrat mit. Sie sei aus steuersystematischer Sicht notwendig.

Der Regierungsrat rechnet für den Kanton mit Mehreinnahmen aus den Steuerrevisionen von zunächst 0,7 Millionen Franken und ab 2025 1,6 Millionen Franken. Entgegen kommt dem Kanton dabei, dass er zusätzliche Anteile an der direkten Bundessteuer erhält.

Die Einwohnergemeinden müssen mittelfristig mit geringen, aber vertretbaren Mindereinnahmen rechnen, wie der Regierungsrat mitteilte. In einer Übergangszeit sollen sie noch von Ausgleichszahlungen profitieren.

Gleiches gilt für die Kirchgemeinden, die Steuerausfällen von zunächst 214'000 Franken und später von 247'000 Franken verkraften müssen. In der Vernehmlassungvorlage hätten sie noch mit Steuerausfällen von 592'000 rechnen müssen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ibiza Boaty Dance
Events

Ibiza Boaty Dance

Die 2. "Ibiza Boaty Dance" auf dem Zürichsee wird gestartet. Wie beim ersten Mal erwarten euch viele Überraschungen und Top DJ's.

Luthern: 19-jähriger Töfffahrer schwer verletzt nach Sturz in Bach
Regional

Luthern: 19-jähriger Töfffahrer schwer verletzt nach Sturz in Bach

Ein Töfffahrer ist in der Nacht auf Freitag bei einem Unfall in Luthern schwer verletzt worden. Bei der Kollision mit dem Betonsockel einer Brücke wurde die Vordergabel des Töffs abgerissen und der 19-Jährige stürzte mitsamt der Gabel und dem Vorderrad in einen Bach.

Entschieden: Roger Federer zieht nach Rapperswil-Jona
Sport

Entschieden: Roger Federer zieht nach Rapperswil-Jona

Tennis-Star Roger Federer zieht nach Rapperswil-Jona. Der 37-Jährige hat ein Grundstück in der Kempratner Bucht am Zürichsee gekauft. Der Stadtpräsident der zweitgrössten Stadt im Kanton St. Gallen ist begeistert.

Baderatten von Brunnen erhalten neues Strandbad
Regional

Baderatten von Brunnen erhalten neues Strandbad

Aus dem in die Jahre gekommenen Strandbad Hopfräben in Brunnen wird eine Seerose: Der Gemeinderat hat entschieden, die alten Gebäude abzureisen und einen Neubau zu errichten sowie die Aussenanlagen zu sanieren. Das Projekt "Seerose" gewann den Studienauftrag.