Weniger Patienten beim Hausarzt: Zürcher Ärzte sind besorgt


Roman Spirig
Schweiz / 08.04.20 15:56

Leere in den Wartezimmern vieler Hausärzte: Die Zürcherinnen und Zürcher nehmen das Zuhause bleiben ernst, auch wenn sie besser einen Arzt um Rat fragen sollten. Die Ärztegesellschaft ist besorgt.

Weniger Patienten beim Hausarzt: Zürcher Ärzte sind besorgt (Foto: KEYSTONE / DPA / MAURIZIO GAMBARINI)
Weniger Patienten beim Hausarzt: Zürcher Ärzte sind besorgt (Foto: KEYSTONE / DPA / MAURIZIO GAMBARINI)

Viele Zürcherinnen und Zürcher meiden trotz gesundheitlicher Beschwerden derzeit den Gang zum Arzt. Sei es aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus oder weil sie meinen, die Ärztin oder der Arzt habe keine Zeit für sie.

Die Zürcher Ärztegesellschaft ist darüber besorgt, wie sie am Mittwoch mitteilte. Denn Patienten, die notwendige Behandlungen aufschieben, riskieren eine ernsthafte Erkrankung und im schlimmsten Fall sogar bleibende Folgeschäden.

Es sei natürlich korrekt, dass Ärzte derzeit alle nicht notwendigen Konsultationen und Behandlungen vermeiden würden. Aber wer sich nicht gut fühle oder unsicher sei, solle dennoch einen Arzt um Rat fragen. Ein Anruf genüge, um sicherzugehen, ob eine Behandlung nötig sei oder noch warten könne, schreibt die Ärztegesellschaft.

Seit dem Behandlungsverbot stellen die Ärzte beispielsweise fest, dass sich 25 Prozent weniger Seniorinnen und Senioren melden, die zuhause gestürzt waren. Dabei seien dies oft Vorboten eines Schlaganfalls, so genannte Minor Strokes. Viele Schlaganfall-Gefährdete gehen momentan also nicht zum Arzt und riskieren damit einen zweiten, stärkeren Schlaganfall.

(sda)

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