YB-Aufholjagd kommt zu spät


News Redaktion
Sport / 11.07.20 22:37

Der FC Basel gewinnt das Spitzenspiel gegen die Young Boys 3:2 und verringert den Rückstand auf den Meister auf sechs Punkte.

Der FC Basel kann wieder jubeln: 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen Meister Young Boys (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Der FC Basel kann wieder jubeln: 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen Meister Young Boys (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Um den Meistertitel kann der FC Basel nur noch leise mitreden, dem grossen Rivalen einen zweiten empfindlichen Stich verpassen und seine kleinen Chancen wahren aber schon. Jonas Omlin hielt in der Nachspielzeit das 3:2 mit einem gehaltenen Penalty fest.

Die Young Boys gelten gemeinhin als der grosse Meisterfavorit, auswärts sind die Berner in dieser Saison aber nicht mehr als Durchschnitt. Im 15. Auswärtsspiel der Saison bezog der Titelverteidiger am Samstag bereits seine sechste Niederlage. In Basel handelte er in 60 blassen Minuten ein 0:3 ein, das er wegen einem vergebenen Foulpenalty von Miralem Sulejmani in der 95. Minute nur noch in ein 2:3 korrigieren konnte.

Dem FC St. Gallen bietet sich damit am Sonntag in Genf die Gelegenheit, sich mit einem Sieg bei Servette drei Punkte vor YB an die Spitze zu setzen. Welchen Wert die Tabelle indes noch besitzt, ist unklar. Nach den Corona-Fällen beim FCZ und zwei abgesagten Partien steht die Fortsetzung der Super League wieder auf wackligen Beinen.

Die sechste Auswärtsniederlage der Young Boys war eine verdiente. Zwar hätte Christian Fassnacht die Partie bei seiner Grosschance nach 38 Sekunden in eine andere Richtung lenken können. Doch er traf nur den Pfosten. So manövrierten sich die Young Boys in einer Stunde in eine Situation, aus der sie sich nicht mehr befreien konnten. In der 13. Minute schoss Samuele Campo den FCB mit einem satten Schuss ins entfernte hohe Eck in Führung, nach der Pause erhöhte Arthur Cabral zuerst mit dem Absatz und dann per Kopf.

Bis dahin war YB offensiv kaum mehr gefährlich in Erscheinung getreten. Erst als der FCB Verschleisserscheinungen offenbarte, erfolgte eine Reaktion. Es wurde sogar noch richtig dramatisch. Als YB in der Nachspielzeit - seit der 81. durch eine unberechtigte Gelb-Rote Karte gegen Michel Aebischer in Unterzahl - alles nach vorne warf, foulte Torhüter Jonas Omlin den nach seiner Rotsperre wieder spielberechtigten Jean-Pierre Nsame. Miralem Sulejmani vergab die grosse Gelegenheit zur Schadensbegrenzung mit seinem zu schwach getretenen Penalty.

Innerhalb von fünf Minuten hatte YB zuvor bis zur 71. Minute die Spannung zurückgebracht. Zuerst erzielte der während einer Stunde öfter im eigenen als im gegnerischen Strafraum aufgefallene Nsame nach einem langen Ball quasi aus dem Nichts heraus seinen 24. Saisontreffer, dann traf Christian Fassnacht.

Basel - Young Boys 3:2 (1:0)

SR Schärer. - Tore: 13. Campo (Pululu) 1:0. 48. Cabral (Stocker) 2:0. 61. Cabral (Stocker) 3:0. 66. Nsame 3:1. 70. Fassnacht (Aebischer) 3:2.

Basel: Omlin; Widmer, Cömert, Alderete, Petretta (46. Riveros/83. Ramires); Xhaka (69. Van der Werff), Frei; Stocker, Campo, Pululu (73. Oberlin); Cabral (83. Ademi).

Young Boys: Von Ballmoos; Janko (46. Lefort), Camara, Zesiger (60. Martins), Lotomba; Aebischer, Lustenberger; Fassnacht (79. Spielmann), Gaudino (46. Sulejmani), Moumi Ngamaleu (46. Elia); Nsame.

Bemerkungen: Basel ohne Van Wolfswinkel und Zuffi (beide verletzt). Young Boys ohne Sierro (gesperrt), Hoarau, Lauper, Sörensen, Petignat, Mambimbi (alle verletzt). 1. (0:38) Pfostenschuss Fassnacht. 81. Gelb-Rote Karte gegen Aebischer (Schwalbe). 95. Omlin hält Foulpenalty von Sulejmani. Verwarnungen: 23. Pululu (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 32. Janko (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 50. Aebischer (Foul). 51. Lotomba (Foul). 55. Cömert (Foul). 76. Widmer (Foul). 94. Omlin (Foul).

Die Spiele vom Sonntag: Luzern - Lugano, Thun - Neuchâtel Xamax, Servette - St. Gallen (alle 16.00 Uhr).

1. St. Gallen 29/58 (63:43). 2. Young Boys 30/58 (65:38). 3. Basel 30/52 (59:32). 4. Servette 29/44 (45:30). 5. Zürich 29/42 (40:52). 6. Luzern 29/41 (34:37). 7. Lugano 29/34 (32:36). 8. Sion 29/27 (32:50). 9. Thun 29/25 (30:60). 10. Neuchâtel Xamax FCS 29/23 (30:52).

(sda)


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