Zuger Polizei braucht mehr Fachleute


Roman Spirig
Regional / 08.04.20 13:10

Das Zuger Polizeikorps hält mit dem Wachstum der Bevölkerung nicht Schritt. Zudem müssen immer mehr Polizisten spezialisierte Aufgaben übernehmen. Die Sicherheitslage im Kanton war 2019 aber dennoch stabil.

Zuger Polizei braucht mehr Fachleute (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Zuger Polizei braucht mehr Fachleute (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Im Kanton Zug steigt die Zahl der Einwohner, Pendler, Firmen und Fahrzeuge, und zwar schneller als die Grösse des Polizeikorps. Auf einen Zuger Polizisten kämen 536 Einwohner, teilte die Zuger Polizei am Mittwoch mit. Im Schweizer Schnitt seien es 454.

Sicherheitsdirektor Beat Villiger erklärte in der Mitteilung, dass die Zuger Polizei die entsprechenden Ressourcen brauche, um den Anforderungen und dem Wachstum gerecht zu werden.

Ein Aspekt ist dabei auch, dass die Polizeiarbeit komplexer geworden und immer mehr auf Fachleute angewiesen ist. Spezialisierte Polizisten werden etwa für die Cyberkriminalität, den Gewaltschutz, das Bedrohungsmanagement oder die Terrorbekämpfung benötigt.

Solche Spezialisten müssten aufgebaut werden können, ohne dass die polizeiliche Grundversorgung leide, erklärt Polizeikommandant Thomas Armbruster in der Mitteilung. Das Korps brauche deswegen zusätzliche Stellen.

Trotz diesen Feststellungen und Forderungen bezeichnet die Zuger Polizei die Sicherheitslage im Kanton als stabil. Die Anzahl der registrierten Straftaten habe erneut abgenommen, heisst es in der Mitteilung. Die Zahl der Verkehrsunfälle sei zwar leicht gestiegen, aber auch das Verkehrsaufkommen sei gewachsen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle nahm 2019 um 24 auf 811 zu. Vier Personen kamen ums Leben: ein Motorradfahrer, ein Autofahrer, ein Mitarbeiter der Grünabfuhr und eine 92-jährige Fussgängerin. Leicht zugenommen hat die Zahl der Schwerverletzten.

Die Zahl der Velounfälle stieg um 28 auf 124. Ein guter Teil der Zunahme entfiel auf Unfälle mit E-Bikes. Mit solchen Zweirädern gab es 2019 35 Unfälle, 21 mehr als 2018. Die Polizei empfielt Fahrkurse und einen angepassten Fahrstil.

Die Zahl der Straftaten sank im letzten Jahr um 287 auf 5376. Die Polizei weist darauf hin, dass es im Kanton Zug eher wenig Delikte gibt, nämlich 32,2 pro tausend Einwohner. Im schweizerischen Durchschnitt liegt der Wert bei 50,6. Zudem ist in Zug die Aufklärungsquote höher als im Schweizer Schnitt.

Eine Zunahme registrierte die Polizei bei der Cyberkriminalität. Die Zahl der Fälle stieg von 222 auf 294. Dabei ging es um im Internet begangenen Betrug, Mobbing, aber auch um Datendiebstahl und Erpressung.

(sda)

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