Zusammenfassung: Lawine auf Skipiste in Andermatt - Sechs Personen geborgen


Roman Spirig
Regional / 26.12.19 17:03

Nach dem Lawinenniedergang auf eine Skipiste bei Andermatt sind sechs Personen geborgen worden. Zwei sind leicht verletzt. Am Abend war der ganze Lawinenkegel durchsucht, und die Suche nach Vermissten wurde abgeschlossen. Auch bei St. Moritz ging eine Lawine nieder.

Zusammenfassung: Lawine auf Skipiste in Andermatt - Sechs Personen geborgen (Foto: KEYSTONE /  / )
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(Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
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"Wir suchen, bis wir den ganzen Lawinenkegel abgesucht haben und zu hundert Prozent sicher sind, dass niemand mehr unter der Schneemasse liegt", hatte Reto Pfister am späten Donnerstagnachmittag vor den Medien in Andermatt gesagt. Pfister ist Kommandant der Urner Kantonspolizei. Bereits um 18.15 Uhr war dann der ganze Lawinenkegel durchsucht, und die Suche nach etwaigen weiteren Verschütteten konnte abgeschlossen werden.

Von den sechs Geborgenen blieben vier Personen unverletzt, sie konnten sich teilweise selbständig aus den Schneemassen befreien. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt und mit der Rega ins Spital geflogen, wie Pfister sagte. Eine Person konnte das Spital bereits wieder verlassen. Alle sechs Verschütteten sind Schweizer, Kinder seien keine betroffen.

Die Lawine löste sich am Donnerstagvormittag um 10.47 Uhr im Gebiet Oberalppass/Felli und donnerte auf eine Skipiste. Diese war an dem Morgen in dieser Saison zum ersten Mal geöffnet, sagte Stefan Kern, Mediensprecher der Skiarena Andermatt-Sedrun, vor den Medien. Sie musste erst noch präpariert und gesichert werden.

Der Lawinenkegel ist 60 Meter breit und 300 Meter lang. Es handle sich um eine sogenannte Gleitschneelawine, wie Pfister sagte. Im Einsatz standen über 60 Rettungskräfte unter anderem von der Alpinen Rettung, der Rega, der Skiarena-Pistenrettung, des Rettungsdiensts sowie fünf Suchhunde. Mehrere Zivilpersonen leisteten spontane Hilfe.

Warum sich die Lawine löste, ist noch unklar. Die Ermittlungen seien im Gang, sagte Pfister. Strafanträge wurden noch keine gestellt, die Staatsanwaltschaft sei über den Vorfall aber informiert worden. Für Angehörige wurde eine Hotline eingerichtet.

Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung gilt für die Region Andermatt die Gefahrenstufe 3 "erheblich". Viel Neuschnee und Triebschnee der vergangenen drei Tage bildeten die Hauptgefahr. Lawinen könnten schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und gefährlich gross werden.

Erst im Februar war in Crans-Montana VS eine Lawine auf eine Skipiste gedonnert. Das Lawinenunglück forderte ein Todesopfer. Der 34-jährige Franzose verstarb im Spital, nachdem er zuvor schwer verletzt aus den Schneemassen geborgen und ins Spital eingeliefert worden war. Er arbeitete als Pistenpatrouilleur im Skigebiet. Drei weitere Personen wurden verletzt.

Auch am Piz Nair bei St. Moritz GR ist am Stephanstag eine Lawine niedergegangen. Ein 36-jähriger Snowboarder, der zu einer Vierergruppe gehörte, hat sie ausgelöst. Die Wintersportler waren ausserhalb der markierten und gesicherten Pisten unterwegs.

Der 36-Jährige wurde rund 400 Meter von den Schneemassen mitgerissen. Später flog ihn die Rega ins Spital nach Chur. Der Mann wohnt in der Schweiz.

(sda)


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