Zweiter Anlauf für Schutz zweier Obwaldner Auen


Roman Spirig
Regional / 06.01.20 10:41

Nachdem ein erster Schutz- und Nutzungsplan für die Auen Laui und Steinibach gescheitert ist, legt der Obwaldner Regierungsrat eine zweite Version öffentlich auf. In dieser kommt der Regierungsrat den Wünschen der Bauern stärker entgegen.

Zweiter Anlauf für Schutz zweier Obwaldner Auen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Zweiter Anlauf für Schutz zweier Obwaldner Auen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Auen Laui in Giswil sowie Steinibach am Sarnersee sind vom Bund 1992 ins Inventar der Auen von nationaler Bedeutung aufgenommen worden. Seit 1998 müsste es für diese kantonale Schutz- und Unterhaltsmassnahmen geben.

Wie der Obwaldner Regierungsrat am Montag mitteilte, legt er nun vom 10. Januar bis 10. Februar 2020 die neu geplanten Schutz- und Nutzungsplanungen öffentlich auf. Eine erste Auflage war 2014 am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Es gingen über 250 Einsprachen ein, worauf der Regierungsrat das Vorhaben aufs Eis legte.

Auch der Kantonsrat schaltete sich ein. Dieser forderte 2015 per Motion den Regierungsrat auf, beim Bund eine Entlassung der beiden Gebiete aus dem Inventar der Auen von nationaler Bedeutung zu beantragen.

Die Obwaldner Behörden machten gegenüber dem Bund geltend, dass es sich gar nicht um Auen, sondern um reissende Wildbäche handle. Zudem beeinträchtige der ökologische Schutz der Gebiete zu stark den Hochwasserschutz und den Tourismus.

Der Bund wies das Obwaldner Ansinnen aber ab und beliess die Auen Laui und Steinibach im Bundesinventar. Der Kanton habe darauf unter Einbezug des Kantonsrats, der Standortgemeinden, der Grundeigentümer und der Interessengruppen neue Fassungen der Schutz -und Nutzungsplanungen für die beiden Auen erarbeitet, teilte der Regierungsrat mit.

Gemäss der regierungsrätlichen Verlautbarung sind die neuen Schutz- und Nutzungsplanungen grossmehrheitlich auf Zustimmung gestossen. Die im landwirtschaftlichen Kulturland vorgesehenen Pufferzonen wurden redimensioniert. Der Kanton habe den Spielraum konsequent zugunsten der Landwirtschaft ausgenutzt.

Der Regierungsrat beurteilt die nun vorliegenden Schutz- und Nutzungsplanungen als "zielgerichtet, angemessen und gesetzeskonform". Es handle sich um eine Kompromisslösung, die die Gelegenheit schaffe, die langjährig diskutierte Auen-Thematik einvernehmlich zu regeln.

Die Aue Laui liegt zwischen den Giswiler Ortsteilen Grossteil und Kleinteil. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 0,8 Quadratkilometer von 720 Meter über Meer bis auf 495 Meter über Meer. Die Aue Steinibach liegt am Sarnersee. Sie ist über 0,3 Quadratkilometer gross und liegt zwischen 520 und 470 Meter über Meer.

(sda)


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